Leighton: Hochtief-Tochter wieder mit Gewinn

Leighton
Hochtief-Tochter wieder mit Gewinn

Die australische Tochter des Baukonzerns Hochtief, Leighton, rechnet mit einem steigenden Gewinn. Nach einem Überschuss von 350 Millionen Euro im vergangenen Jahr, sollen es 2013 etwa 20 Prozent mehr werden.
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SydneyRückenwind aus Australien für Deutschlands größten Baukonzern: Die Hochtief -Tochter Leighton will verlustreiche Bauprojekte hinter sich lassen und ihren Gewinn 2013 um ein Drittel steigern. Der optimistische Ausblick schickte am Mittwoch Hochtief-Aktien auf einen Höhenflug. Die Anteilsscheine legten um über fünf Prozent auf 51,14 Euro zu.

Leighton erwarte 2013 einen Nettogewinn zwischen 520 und 600 Millionen australischen Dollar (400 bis 460 Millionen Euro), kündigte Unternehmenschef Hamish Tyrwhitt an. Der Bauriese kann dabei auch auf prall gefüllte Orderbücher setzen: Der Auftragsbestand summierte sich per Ende 2012 auf 43,5 Milliarden australische Dollar - rund 33,4 Milliarden Euro.

Die Bestellungen zeigten, dass Leighton auch in einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld Aufträge an Land ziehen könne, unterstrich Tyrwhitt. Leighton wolle aber nicht Aufträge um jeden Preis - vielmehr achte das Unternehmen auf die Rendite.

"Das sind gute Nachrichten aus Australien", sagte ein Hochtief-Sprecher. "Der Ausblick (..) ist recht positiv", unterstrichen Analysten der DZ Bank. Hochtief selbst will sich noch nicht in die Karten schauen lassen: Der Konzern legt am 28. Februar seine Prognose für 2013 und seine neue Geschäftsstrategie vor.

Leighton hatte sich in den vergangenen Jahren von einer Ertragsperle zu einem Sorgenkind für Hochtief entwickelt. Allein die Errichtung einer Entsalzungsanlage im australischen Staat Victoria und der Bau einer Straße zum Flughafen der Großstadt Brisbane hatten Leighton insgesamt einen Verlust von rund zwei Milliarden australische Dollar eingebrockt. Beide Projekte sind inzwischen abgeschlossen.

Leighton habe die Erwartungen erfüllt, der Ausblick sei positiv, sagte der Hochtief-Sprecher. Das war in der Vergangenheit nicht immer so - 2011 hatten die Probleme bei Leighton Hochtief in die Verlustzone gerissen. Unter anderem waren bei Leighton Manager geschasst worden, Tyrwhitt hatte das Ruder übernommen. Auch bei Hochtief gibt es nach der Übernahme durch den spanischen Wettbewerber ACS einen neuen Chef.

Der ehemalige ACS-Manager Marcelino Fernandez Verdes hat alle Unternehmensteile auf den Prüfstand gestellt und feilt derzeit an einer neuen Strategie. Er durchleuchte jede Einheit und jedes Segment des Konzerns, um herauszufinden, wo Hochtief wirklich stark sei, wie viel Kapital für ein Geschäft eingesetzt werden müsse und welche Margen erzielt werden könnten, hatte der neue Hochtief-Chef gesagt.

Verdes hatte zudem immer wieder betont, er wolle Hochtief auf Profit trimmen. Der Konzern müsse dabei aber noch ein "hartes Stück Weg" zurücklegen. ACS hatte sich nach einem langen Übernahmekampf 2011 die Mehrheit an Hochtief mit seinen mehr als 80.000 Mitarbeitern und Auslandstöchtern wie Leighton gesichert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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