Lünendonk-Analyse Führende Wirtschaftsprüfer enteilen der Konkurrenz

PWC, KPMG, EY und Deloitte: Die größten Wirtschaftsprüfer wuchsen 2014 um sechs Prozent. Die zweite Reihe kann da nicht mithalten, zeigt eine Lünendonk-Analyse. Die Konsolidierung setzt sich fort.
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Die führenden Gesellschaften steigern den Umsatz um gut sechs Prozent. Quelle: Imago
Großen Wirtschaftsprüfern geht es gut

Die führenden Gesellschaften steigern den Umsatz um gut sechs Prozent.

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FrankfurtDie großen Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsunternehmen wachsen weiter dynamisch, gewinnen Marktanteile gegenüber kleineren Konkurrenten und haben 2014 tendenziell auch besser verdient als im Vorjahr. Das geht aus der jüngsten Branchenanalyse des Marktforschungsunternehmens Lünendonk hervor. Die 25 führenden WP-Gesellschaften steigerten danach ihren Umsatz 2014 um zusammen 6,1 Prozent auf etwa 6,4 Milliarden Euro. Der Gesamtmarkt für diese Dienstleistungen ist nach Schätzung von Lünendonk dagegen nur um etwa 2,6 Prozent auf 11,8 Milliarden Euro gewachsen.

Und dieser Trend dürfte sich auch in den nächsten Jahren fortsetzen. Der Umfrage von Lünendonk zufolge rechnen die Top-25 für das laufende Jahr ebenfalls mit durchschnittlich sechs Prozent Wachstum und für 2016 bis 2020 noch mit mehr als fünf Prozent Plus pro Jahr. Der Gesamtmarkt dürfte jährlich um etwa drei Prozent expandieren.

Die Dynamik im WP-Markt habe deutlich zugenommen, konstatiert Lünendonk-Geschäftsführer Jörg Hossenfelder mit Blick auf die Umsatzzahlen und strukturellen Veränderungen in der Branche. Hauptwachstumstreiber ist dabei allerdings nicht das eigentliche WP-Geschäft, sondern vor allem die prüfungsnahen Beratungsleistungen im Bereich Steuern, Finanzen und Managementconsulting. Vor allem die großen marktführenden WP-Gruppen PWC, KPMG, EY und Deloitte sind dabei, sich in diesem Bereich stetig zu verstärken. Hinzu kommt ein Konsolidierungstrend, insbesondere im Mittelfeld der Branche.

Die erfolgreichsten Management-Berater
Platz 10: Goetzpartners Group, München
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Goetzpartners kommt in diesem Jahr auf einen Gesamtumsatz von 82 Millionen Euro, damit legt das Unternehmen um fünf Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Das Unternehmen wurde 1991 von Dr. Stephan Goetz und Stefan Sanktjohanser gegründet. International ist das Unternehmen mit 250 Beratern und 12 Büros in 9 Ländern präsent.

Jedes Jahr stellt die Lünendonk GmBH, Gesellschaft für Information und Kommunikation, eine Liste mit den erfolgreichsten Managementberatungen auf. Dabei wurden die in Deutschland ansässigen Managementberatungen hinsichtlich ihres Gesamtumsatzes im Jahr 2014 verglichen.

Platz 9: Porsche Consulting Gruppe, Bietigheim-Bissingen
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90 Millionen Euro Gesamtumsatz machte die Porsche Consulting im Jahr 2014, ebenfalls ein Plus von fünf Millionen Euro. 372 Berater beschäftigt die Firma derzeit. Die Consulting ist sowohl für Porsche als auch für externe Firmen aktiv.

Platz 8: Q_Perior AG, München
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Q_Perior konnte im vergangenen Jahr um zwei Millionen Euro zulegen und machte insgesamt einen Umsatz von 92 Millionen Euro. 427 Berater zählt das Unternehmen mittlerweile – ebenfalls zwei mehr als im Vorjahr. Q_Perior hat unter anderem Standorte in Hamburg, Frankfurt, München, Zürich und New York.

Platz 7: D-fine GmbH, Frankfurt am Main
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D-fine machte im Jahr 2014 einen Gesamtumsatz von 95,5 Millionen Euro, satte 13,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Auch bei den Mitarbeitern konnte die Firma zulegen, von 471 ging es auf 530 Beschäftigte hoch.

Platz 6: KPS, München
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KPS machte insgesamt einen Umsatz von 111,1 Millionen Euro, 14,1 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Mitarbeiterzahlen sind fast explodiert: Von 171 auf 317. Die Gesellschaft ist 2008 aus dem Reverse-Take-Over der Haitec AG durch die KPS Consulting GmbH entstanden. Unternehmenssitz der KPS ist in München mit weiteren Geschäftsstellen in Österreich und der Schweiz sowie in Skandinavien. Das Unternehmen ist ein im General Standard gelistetes börsennotiertes Unternehmen.

Platz 5: Kienbaum, Gummersbach
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Kienbaum legte um drei Millionen Euro zu, auf insgesamt 115 Millionen Euro Gesamtumsatz. Bei den Mitarbeitern ging es etwas zurück, von 710 auf 670. Kienbaum wurde am 15. Oktober 1945 von Gerhard Kienbaum gegründet. Heute bietet das Unternehmen Beratungsleistungen in den Bereichen Executive Search, Human Resource Management, Vergütungsberatung sowie Management Consulting und Unternehmenskommunikation.

Platz 4: Horvath, Stuttgart
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Horvath machte insgesamt einen Umsatz von 122 Millionen Euro, ein Plus von 16,5 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt die Consulting 536 Mitarbeiter.

Zuletzt etwa fusionierten Baker Tilly Roelfs mit TPW Todt & Partner, die mit rund 130 Millionen Euro Umsatz auch Rang acht unter den führenden WP-Gesellschaften vorrückten. Einen Platz dahinter folgt Roever Broenner Susat Mazars, die jüngst aus dem Zusammenschluss von RPS und Mazars hervorgegangen ist. Unterdessen verstärkte sich der Branchenfünfte BDO vor wenigen Tagen mit der Übernahme des Sanierungsspezialisten DNP Depping.

Der Abstand der WP-Gesellschaften aus der zweiten Reihe zu den „Big Four“ der Branche ist ungeachtet der Fusionen aber immer noch erheblich. Letztere bestreiten zusammen etwa 43 Prozent des Marktes.

Wie es bei den Großen aussieht
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