Lufthansa
Kein Konzerntarif mehr für junge Piloten

Die Schlichtung mit den Piloten hat noch gar nicht begonnen, da drohen der Lufthansa schon wieder die nächsten Turbulenzen. Konzernchef Carsten Spohr treibt seine Billigpläne konsequent voran.
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Frankfurt/MainDer junge Nachwuchspilot hat schon mal gerechnet. „Wenn ich bei der Eurowings anfange, komme ich nach neun Jahren auf das Lufthansa-Einstiegsgehalt, mit dem ich eigentlich gerechnet habe.“ Die rund 900 Nachwuchspiloten in der Warteschleife vor dem Berufseintritt bekommen die neuen Realitäten im Lufthansa-Konzern als erste zu spüren.

Vorstandschef Carsten Spohr scheint mehr denn je entschlossen, den strikten Spar- und Billigkurs bei Europas größtem Luftverkehrskonzern durchzuziehen. Dafür setzt er auch die mühsam erreichte Ruhe in den komplexen Tarifverhandlungen mit Piloten, Kabinenbesatzungen und Bodenpersonal aufs Spiel.

Spohr will insbesondere den Konzerntarifvertrag (KTV) schleifen, nach dessen lukrativen Bedingungen derzeit noch rund 5300 von mehr als 9000 Piloten im Lufthansa-Konzern ihrer Arbeit nachgehen. Er ist Gegenstand der nach zwölf Streikrunden mühsam erreichten Gesamtschlichtung mit der Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC), für die bislang aber immer noch kein Schlichter gefunden ist. Auf Grundlage dieses Tarifwerks werde Lufthansa auf Sicht keine neuen Piloten mehr einstellen, hat Spohr dem Fliegernachwuchs in der vergangenen Woche im südhessischen Seeheim klargemacht.

Der Lufthansa-Chef hat auch gleich noch deutlich dazugesagt, wo in Zukunft neue Jobs entstehen werden - nämlich bei der neuen Billigplattform Eurowings, künftig drittgrößter Billigflieger Europas hinter den Herausforderern Ryanair und EasyJet. Unter dem Eurowings-Dach sollen die verschiedensten Lufthansa-Flugbetriebe von Austrian Airlines bis SunExpress um die jeweils niedrigsten Kosten konkurrieren.

Dann gibt es zusätzliche Strecken und neue Maschinen. Für jeden jungen Piloten, so Spohrs Botschaft, gebe es genug zu tun, nur nicht zu den ursprünglich gedachten Bedingungen.

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Kabinengewerkschaft ist außen vor

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