Marktforscher: Steuerbetrug bei Tochterfirma belastet GfK

Marktforscher
Steuerbetrug bei Tochterfirma belastet GfK

Das Jahresergebnis der GfK wird wegen eines Steuerbetrugsfalls bei einer Konzerntochter gedrückt. 21 Millionen Euro hat das Marktforschungsinstitut deswegen zurückgestellt.
  • 1

MünchenEin Steuerbetrugsfall bei der türkischen Konzerntochter drückt das Jahresergebnis von Deutschlands größtem Marktforscher GfK. Für mögliche Nachzahlungen von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen habe das Unternehmen 21 Millionen Euro zurückgestellt, teilte die GfK in Nürnberg mit. Der Konzern habe die verantwortlichen Manager in der Türkei entlassen und angezeigt. Sie sollen gemeinsam mit weiteren Beschuldigten das Unternehmen jahrelang geschädigt haben.

Die Rückstellung belastet nach Firmenangaben in annähernd voller Höhe das Nettoergebnis für 2012. „Der Fall beeinflusst aber nicht unsere Fähigkeiten für Investitionen und Dividenden", betonte Finanzchefin Pamela Knapp am Mittwoch. Näheres zum Gewinn oder Verlust will das Unternehmen bei der Bilanzvorlage am 12. März bekanntgeben. Im vergangenen Jahr hatte der Konzern 88 Millionen Euro Gewinn geschrieben.

Operativ erfüllte die GfK - bekannt für ihren monatlichen Konsumklima-Index und die Erhebung der TV-Einschaltquoten - ihre Ziele. Das angepasste operative Ergebnis erreichte mit 187 Millionen Euro knapp den Vorjahreswert von 187,7 Millionen Euro. Die Marge lag mit 12,3 Prozent in der angekündigten Spanne von 12,2 bis 12,7 Prozent. Der Umsatz stieg vor allem dank Zukäufen und organischen Wachstums um mehr als zehn Prozent auf 1,5 Milliarden Euro - etwas mehr, als das Unternehmen in Aussicht gestellt hatte.

Angesichts der Wirtschaftskrise in Europa und nachlassender Wachstumsdynamik in den Schwellenländern hatte die GfK ihre Ziele im November gesenkt. Dennoch steigerte das Unternehmen seine Erlöse im abgelaufenen Jahr in allen Weltregionen. Selbst im von der Schuldenkrise gebeutelten Süd- und Westeuropa schaffte die GfK organisch ein kleines Plus von 0,6 Prozent. In Nordamerika und Asien/Pazifik wuchs der Konzern um rund ein Drittel.

Die im Kleinwerteindex SDax notierte GfK-Aktie legte um zwei Prozent zu.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Marktforscher: Steuerbetrug bei Tochterfirma belastet GfK"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Na, würde man bei Steuerhinterziehung und anderen "Kavaliersdelikten" genauer hinschauen, würde der Dax wohl binnen kürzester Zeit weit unter die 1000er Marke driften.
    Und das nicht nur wegen türkischer Tochterfirmen. Deren Steuerbetrug wohl von türkischen Behörden aufgedeckt wurde. Und nicht von der honorigen GfK. Die zum Steuerbetrug eher animiert haben wird. Steuerbetrug und andere finanzielle Illegalitäten sind in Deutschland ja schon eher Volkssport denn Kavaliersdelikt. Dumm wer's nicht tut, es kommt in Deutschland ja eh nicht raus. In den USA ist das ja ähnlich. Das "türkisch" kommt richtig rassistisch rüber, wie es in derMeldung benutzt wird.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%