Medienbericht: Beginnt die Demontage von Hochtief?

Medienbericht
Beginnt die Demontage von Hochtief?

Bei Hochtief hat seit 2011 der spanische Bauriese ACS das Sagen. Einem Zeitungsbericht zufolge soll sich das deutsche Unternehmen nun von großen Geschäftsbereichen trennen.
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FrankfurtBeim größten deutschen Baukonzern Hochtief stehen nach der Übernahme durch den spanischen Wettbewerber ACS alle Unternehmensteile auf dem Prüfstand. Entscheidungen zur Zukunft des Konzerns gibt es dabei noch nicht. Diese könnten bis Ende des Monats fallen - dann will der neue Hochtief-Chef Marcelino Fernandez Verdes seine Strategie vorstellen. Die Analyse der künftigen Strategie sei entsprechend "noch nicht abgeschlossen", erklärte ein Unternehmenssprecher. "Es gibt daher auch keinerlei Entscheidungen."
Er reagierte damit auf einen Bericht der Zeitungen der WAZ-Gruppe vom Donnerstag, Verdes plane den Verkauf der Servicesparte innerhalb der Hochtief Solutions AG und eine Trennung vom Geschäft mit Projektentwicklungen. Im Servicegeschäft sind rund 5700 Mitarbeiter beschäftigt, einige Hundert sind es in der Projektentwicklung. Die betriebliche Leistung des Teilbereichs lag nach Schätzungen bei rund 1,5 Milliarden Euro - im Konzern lag die Leistung 2011 bei über 25 Milliarden Euro. Bei den Investoren kam die Aussicht auf einen Verkauf von kleineren Unternehmensbereichen gut an - Hochtief-Aktien legten bis zum Mittag um knapp zwei Prozent zu und notierten bei 48,34 Euro.

Der Hochtief-Aufsichtsrat wollte im Laufe des Tages zusammentreten. Im Umfeld des Arbeitnehmerlagers hieß es, Beschlüsse seien bei der Sitzung nicht zu erwarten. "Gerüchte über eine Entscheidung des Hochtief-Aufsichtsrats über Verkäufe" seien "falsch", unterstrich der Hochtief-Sprecher.

Verdes hatte erst im vergangenen Monat bekräftigt, er werde die neue Konzernstrategie bei der Vorlage der Jahresbilanz am 28. Februar präsentieren. Er durchleuchte jede Einheit und jedes Segment des Konzerns unter den Fragestellungen, wo Hochtief wirklich stark sei, wie viel Kapital für ein Geschäft eingesetzt werden müsse und welche Margen erzielt werden könnten, hatte der ehemalige ACS-Manager gesagt. Aufsichtsrat und Vorstand hatten bei der Amtsübernahme des Spaniers im vergangenen Jahr betont, "eine Zerschlagung oder Filetierung von Hochtief" werde kein Element der neuen Strategie sein.

Verdes war damals einstimmig ernannt worden - auch die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat hatten sich damit hinter ihn gestellt. Verdes hatte immer wieder betont, er wolle Hochtief auf Profit trimmen. Der Konzern müsse dabei aber noch ein "hartes Stück Weg" zurücklegen. Hochtief hatte 2011 einen Konzernverlust geschrieben und keine Dividende ausgeschüttet.

ACS hatte sich nach einem langen Übernahmekampf 2011 die Mehrheit an Hochtief mit seinen mehr als 80.000 Mitarbeitern und Auslandstöchtern wie der australischen Leighton gesichert. In der Folge verließen zahlreiche Hochtief-Manager das Unternehmen, in der Belegschaft machten immer wieder Gerüchte um eine Zerschlagung die Runde. Jüngst hatte auch Aufsichtsrätin Christine Wolff das Gremium verlassen.

Die Unternehmensberaterin, die erst im Sommer in den Aufsichtsrat eingezogen war, habe sich aus "persönlichen Gründen" zurückgezogen, sagte der Hochtief-Sprecher. Im Aufsichtsrat sind damit derzeit zwei Posten der Kapitalseite vakant: Neben Wolff hatte auch der ehemalige Aufsichtsratschef Manfred Wennemer dem Gremium den Rücken gekehrt. Wennemer hatte zum Jahreswechsel seinen Hut genommen, neuer Aufsichtsratschef ist der ehemalige Deutsche-Börse-Manager Thomas Eichelmann.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Also immer langsam! Hier wird ein Verkauf stattfinden.
    Kein dicht machen. Was der neue Eigner mit den Mitarbeitern nach einem Jahr macht weiß man nicht.
    Also der Vergleich mit Holzmann passt nicht.
    Momentan sieht es nach einer Rückbesinnung zum Baugeschäft aus.

  • Die Demontage Deutschlands ist ebenfalls längst in vollem Gange.

    Warner gab es genug.

    Aber Warnschilder werden bekanntlicherweise gerne ignoriert - weil sie nicht ernst genommen werden.

    Und es ist stark zu bezweifeln, dass deutsche Politiker durch Schaden klug werden.


    "ACS wird seine Beteiligung an Hochtief von 25,01 % nicht weiter aufstocken" - so damals im Jahr 2007 die Beteuerung des ACS Managements. Narren schenkten dem glauben.

    Deutsche Politik taten es.

    Das Fundament der EU steht auf Lug und Trug.

  • Die Manager gehören auf die Anklagebank die dieses "renommierte Unternehmen" gegen die Wand gefahren haben.Aber ein goldener Handschlag ist immer noch die Beste Verabschiedung.Es wird enden wie Holzmann.Publicity Bilder mit anschließenden Gang zum Schafot.In solchen Fällen kann man die Unternehmensform AG vergessen.Das nächste Wird Thyssen, sein Cromme lässt grüssen.Die "Klassische Deutschland AG" in letzten Zügen.

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