Medizintechnikkonzern: Fresenius übernimmt weniger Rhön-Krankenhäuser

Medizintechnikkonzern
Fresenius übernimmt weniger Rhön-Krankenhäuser

Im Rahmen der Übernahme des Konkurrenten Rhön stellte das Kartellamt Bedingungen an den Medizintechnikkonzern Fresenius. Um die Auflagen zu erfüllen, wechseln nun weniger Rhön-Kliniken als geplant den Besitzer.
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Bad Homburg/Bad NeustadtDer Medizintechnikkonzern Fresenius muss bei der geplanten milliardenschweren Übernahme von Rhön-Krankenhäusern zurückstecken. Das Kartellamt habe den Erwerb von drei der ursprünglich 43 zum Verkauf vorgesehenen Kliniken untersagt, teilten die beteiligten Unternehmen am Montag mit. Außerdem übernehme Fresenius nur 13 statt der geplanten 15 medizinischen Versorgungszentren von Rhön. Um den wettbewerbsrechtlichen Vorgaben des Kartellamts zu entsprechen, trenne sich die Fresenius-Krankenhaustochter Helios zudem von zwei Kliniken in Borna und Zwenkau in Sachsen. Die Kartellfreigabe werde nun innerhalb der Frist bis zum 23. Februar erwartet, erklärten die Unternehmen.

Das Bundeskartellamt bestätigte Gespräche mit dem Ziel, regionale Krankenhausmonopole oder eine zu starke Position gegenüber den Krankenkassen zu verhindern. Auch die Auswirkungen auf den Markt für Klinikbedarf sollten untersucht werden. Einen formellen Beschluss zu der Übernahme gebe es noch nicht, erklärte ein Kartellamtssprecher in Bonn.

Unter dem Dach der Fresenius-Tochter Helios in Berlin entsteht mit der Übernahme voraussichtlich noch in diesem Jahr der mit Abstand größte deutsche Krankenhausbetreiber mit weit über 100 Häusern. Mit Konkurrenten aus der Gesundheitsindustrie hatte sich Fresenius nach einer heftigen juristischen Schlacht geeinigt. Zusammen mit dem Rhön-Klinikum und dem Hamburger Krankenhaus-Betreiber Asklepios ist zudem ein sogenanntes Netzwerk Medizin geplant, um Akut- und Rehamedizin enger zu verzahnen.

Die Kliniken in Boizenburg (Mecklenburg-Vorpommern), Cuxhaven (Niedersachsen) sowie Waltershausen-Friedrichsroda (Thüringen) mit einem Gesamtumsatz von rund 160 Millionen Euro verbleiben bei Rhön, wie auch die Versorgungszentren in Nienburg bei Hannover und Bad Berka (Thüringen). Bei den beiden sächsischen Helios-Kliniken tritt Rhön-Gründer Eugen Münch mit seiner Beteiligungsgesellschaft HCM SE als Käufer auf. Man wolle die Kliniken nicht dauerhaft unter eigener Regie führen, sondern mittelfristig einen geeigneten Käufer finden, teilte Münch mit.

Die Rhön-Klinikum AG im fränkischen Bad Neustadt will die Einnahmen größtenteils noch in die Bilanz für 2013 einfließen und die kommende Hauptversammlung über die Mittelverwendung entscheiden lassen. Fresenius rechnet nach eigenen Angaben damit, dass die neuen Häuser bereits im ersten Jahr operativ Geld verdienen, die Einmalkosten von geschätzten 80 Millionen Euro vor Steuern aber nicht ausgleichen können. Im zweiten Jahr werde der Beitrag unter Berücksichtigung der Einmalkosten „deutlich positiv“ ausfallen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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