Mehr Shops und Innovationen: DPD fordert DHL heraus

Mehr Shops und Innovationen
DPD fordert DHL heraus

Als einheitliche Marke will DPD die Post im Paketgeschäft herausfordern: Der Logistiker will wesentlich mehr Shops eröffnen. Außerdem soll die Zustellung künftig auf die Stunde genau angekündigt werden können.
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Aschaffenburg/KölnMit einer einheitlichen Marke in Europa will der Paketdienst DPD den Branchenprimus Deutsche Post DHL herausfordern. Zentraler Baustein der Strategie sei es, das Paketnetz europaweit auf 22.000 Stationen zu erweitern, kündigte das zur französischen La Poste gehörende Unternehmen am Mittwoch an. Außerdem soll der Kundenservice mit einer Zustellprognose auf eine Stunde genau erweitert werden. DPD erhofft sich so profitableres Wachstum.

Denn auf dem Markt für Kurier-, Express- und Paketdienste wird mit harten Bandagen gekämpft. „Der Wettbewerb in Deutschland ist extrem scharf“, sagte der DPD-Deutschland-Chef Boris Winkelmann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland als größter Markt in Europa sei interessant für viele Mitspieler - ob sie nun GLS, UPS, Hermes, TNT oder FedEx heißen. Und Winkelmann fordert: „Die Preise müssen nach oben gehen“.

Für den gleichen Umsatz sei heute der Aufwand wesentlich größer, betont der DPD-Manager. Wurde früher ein Einzelhändler mit 20 Schuhkartons beliefert, müssten heute mehr als die Hälfte davon gleich an mehreren Wohnungstüren abgegeben werden. Doch an der Preisschraube zu drehen, traut sich keiner. Im Gegenteil: Branchenprimus DHL etwa setzt alle Hebel in Gang, um seine im Vergleich zur Konkurrenz höheren Personalkosten zu drücken.

Die Branche war in den vergangenen Jahren wegen niedriger Löhne und langer Arbeitszeiten in Verruf geraten. Die Kritik sei berechtigt gewesen, räumt Winkelmann ein. Aber: „Wir sind auf einem guten Wege und haben jetzt eine sehr sozialverträgliche Situation“. 50 Millionen Euro habe das Unternehmen investiert, um Arbeitszeiten auf ein vernünftiges Maß zu begrenzen.

Die Paketdienstleister suchen nach neuen Wegen und Produkten, um auf ihre Kosten zu kommen. Dabei steht die Zustellung im Vordergrund. Es geht darum, den Empfang zu beschleunigen und noch kundenfreundlicher zu machen: Ob beim Nachbarn, in die Paketbox oder den Paketshop, die Packstation, mit einem Paketbutler vor der Wohnungstür oder ins eigene Büro - möglichst mit Sendungsverfolgung online.

In diesem Herbst bekommt die Paketbox der Post einen Nebenbuhler: Der DPD-Chef kündigte für diesen Zeitpunkt den Start einer gemeinsamen Unibox der Wettbewerber an. Seit einem Jahr vertreibt die Deutsche Post eine eigene Paketbox. Dieser Alleingang war von den Konkurrenten kritisiert worden. Sie kündigten den Aufbau eines offenen Systems an. Winkelmann: „Die Unibox ist so konzipiert, dass jeder Wettbewerber mit einem Pin-Code Zugang dazu haben kann“.

Mit neuem Logo bündelt DPD jetzt das Geschäft europaweit unter einer einheitlichen Dachmarke. Schon heute sieht sich die DPD Group in Europa hinter den Bonnern als zweiter im Markt. In Deutschland bleibt Rot gegen Gelb aber ein ungleicher Kampf: Die Post zählt 29.000 Paketshops, Packstationen und Postfilialen, DPD rund 6000 Shops.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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