Mietwohnungen
Deutschlands neuer Immobilienriese

Die Deutsche Wohnen AG arbeitet an einer Großfusion: Sie will sich den Konkurrenten GSW Immobilien einverleiben. Ein Gigant mit 106.000 Wohnungen allein in Berlin entsteht. Der Mieterverein warnt vor den Folgen.
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Düsseldorf/Berlin„Mama Berlin - Backsteine und Benzin. Wir lieben deinen Duft, wenn wir um die Häuser zieh'n“, singt Peter Fox von Seeed im Song über das Berlin-Gefühl, „Dickes B“. Die Berliner Backsteine liebt auch die Deutsche Wohnen AG. Das Unternehmen hat am Dienstag angekündigt, die Gesellschaft GSW Immobilien zu schlucken. Die GSW besitzt 58.000 Wohnungen in Berlin. In der Hauptstadt entsteht damit ein Immobilienplatzhirsch. Gemeinsam haben die Firmen dann 106.000 Wohnungen in der Stadt – 6,5 Prozent aller Mietwohnungen Berlins.

In Berlin ist Mieten die bevorzugte Wohnart. 1,9 Millionen Wohnungen gibt es nach Angaben der Berliner Senatsverwaltung in der Stadt, 1,63 Millionen davon sind Mietwohnungen. In den vergangenen Jahren haben die Preise von Eigentumswohnungen in der Stadt um 40 Prozent zulegt. Auch die Mieten stiegen – und sollen Prognosen zufolge auch in den kommenden Jahren deutlich anziehen.

Die Konzentration von gut 6,5 Prozent aller Mietwohnungen auf ein Unternehmen sieht der Berliner Mieterverein kritisch. „Der Zusammenschluss erfüllt uns mit Sorge, denn ein so riesengroßes Unternehmen nährt die Vermutung, dass die Bewirtschaftung der Wohnungen immer schwieriger wird“, sagte Geschäftsführer Reiner Wild zu Handelsblatt Online. „Die Mieternähe könnte weiter verloren gehen.“

Finanzieren will Deutsche Wohnen die Fusion über eine Kapitalerhöhung. Für 20 Aktien der GSW Immobilien AG bietet Deutsche Wohnen 51 eigene neu auszugebende Papiere. Dies entspreche einer Prämie von 15,4 Prozent auf den gewichteten Durchschnittskurs der vergangenen drei Monate. Die neuen Aktien sollen durch eine Sach- und gegebenenfalls Barkapitalerhöhung geschaffen werden.

Über die Kapitalerhöhung sollen die Aktionäre Ende September entscheiden. Bewertet wird das Eigenkapital der GSW mit 1,75 Milliarden Euro. Bei vollständiger Annahme des Umtauschangebots durch die GSW-Aktionäre würden diese etwa 43 Prozent an der vergrößerten Deutsche Wohnen AG halten, erklärte der Konzern. Der Deal könnte Experten zufolge der Startschuss für die lange erwarte Fusionswelle am deutschen Markt sein. Bislang fehlt es den hiesigen Unternehmen an Größe, um sich mit der internationalen Konkurrenz zu messen.

GSW äußerte sich zurückhaltend. Der Vorstand habe die Ankündigung „zur Kenntnis genommen“, teilte das Unternehmen vier Stunden nach dem Angebot mit. „Der Vorstand der GSW Immobilien AG wird die bislang vorliegenden Informationen zum geplanten Übernahmeangebot sorgfältig prüfen und bewerten und im Anschluss daran eine erste Einschätzung abgeben“, erklärte das Unternehmen. Eine förmliche Empfehlung an die eigenen Aktionäre muss GSW erst abgeben, wenn die Angebotsunterlagen komplett vorliegen. Mindestens 75 Prozent der Anteilseigner müssen das Angebot annehmen, damit es erfolgreich ist.

Kommentare zu " Mietwohnungen: Deutschlands neuer Immobilienriese"

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  • @ Sorgemann

    Solange beim Großteil der Bevölkerung das Gehalt bis zum 31. reicht, gibt es doch noch genug abzuschöpfen ;-)

    Erst wenn bei 70% das Geld nur noch bis zum 15. des Monats reicht, dann wirds kritisch. Denn dann bekommen diese Menschen auch keine Dispos mehr ;-)

  • "Wobei bei den Nebenkosten die Grunderwerbsteuer das höchsten Posten ausmacht"

    nicht ganz - Sie haben die Maklergebühren von z.B. in Berlin 7,1 % vergessen.
    Gibt doch fast nix mehr ohne Makler in den Städten.

  • der markt berlin ist für wohnkonzerne ein riesen klumpenrisiko

    niedere einkommen,hohe anzahl hartz 4 mieter,deren wohnzuschüsse bzw. mieten nicht auf ewig durch die öffentliche hand bezahlt werden

    zunehmende gewaltbereitschaft von problemmietern,gegen sachen gegen menschen

    wer da zuviel eier in einen korb legt liegt auf mittlere sicht daneben.

    jetzt schon sind 15 % aller mietverträge leistungsgestört

    große instandhaltungsrückstände im bestand sind ebenso zu verzeichnen

    allen durch ausfall des länderfinanzausgleichs kommt der wohnmarkt aus dem gleichgewicht

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