Milliarden-Geschäft Nachhilfe
Büffeln für bessere Noten

Wenn es in der Schule für den Nachwuchs nicht rund läuft, werden viele Eltern schnell unruhig. Es müssen wieder bessere Noten her. Viele setzen auf Nachhilfe. Das verschafft kommerziellen Anbietern Milliarden-Umsätze.
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München/BochumAzubis und Fachkräfte willkommen, aber bitte mit gutem Schulabschluss – auch in Zeiten des Nachwuchsmangels bleiben die Anforderungen der Unternehmen an Bewerber in Deutschland hoch. Im neuen Schuljahr müssen deshalb wohl wieder gut eine Million Kinder und Jugendliche auch außerhalb der Schule für bessere Zensuren büffeln, wenn sie später einen guten Ausbildungs- oder Studienplatz ergattern wollen. Der Nachhilfe-Branche in Deutschland verschafft das jährliche Umsätze von schätzungsweise rund zwei Milliarden Euro.

Große Gewinne fahren viele Anbieter allerdings schon wegen hoher Personal- und Servicekosten nicht ein, sagt die Vorstandsvorsitzende des Bundesverbandes der Nachhilfe- und Nachmittagsschulen, Cornelia Sussieck. Pro Schüler und Monat geben die Eltern etwa 100 bis 110 Euro aus. Eigentlich wäre der Markt viel größer, denn nur etwa ein knappes Drittel der Eltern bucht Hilfe bei professionellen Anbietern.

Weitaus häufiger kommt die Lern-Unterstützung aus der Familie oder dem Freundeskreis. Aber auch ältere Schüler, Studenten, pensionierte Lehrer oder arbeitslose Akademiker verdienen sich mit Nachhilfe gerne ein paar Euro hinzu – und das nicht selten am Fiskus vorbei.

Ihre Klientel finden all diese Anbieter schon unter den Dritt- und Viertklässlern: Große Klassen an vielen Grundschulen und gestiegene Anforderungen durch gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderungen machen es den Lehrern tendenziell schwerer, allen Schülern gerecht zu werden.

Manche Eltern sehen deshalb ihren Nachwuchs nicht mehr ausreichend gefördert, vor allem wenn zum Ende der Grundschulzeit der Übertrittsdruck Richtung weiterführende Schulen steigt.

Die meisten Nachhilfe-Stunden aber werden von Gymnasiasten in Anspruch genommen, denen auch die teils verkürzte Gymnasialzeit von neun auf acht Jahre zu schaffen macht. Und schließlich ist auch der Trend zum Studium ungebrochen: Mehr als die Hälfte der jungen Leute eines Jahrgangs will sich nach Schulende an der Universität oder Fachhochschule bilden und braucht dafür ein gutes Zeugnis.

Unterstützung suchen die Schüler vor allem in den Hauptfächern Mathematik, Deutsch und Englisch, aber auch in Physik und den anderen Fremdsprachen, wobei die Halbjahreszeugnisse meist wie ein Weckruf sind.

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Gesättigter Markt

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