Milliardendeal
Energiedienstleister Ista wird verkauft

Der Energiedienstleister Ista soll verkauft werden. Die Eigentümer erhoffen sich Milliardeneinnahmen aus dem Deal. Als potenzielle Käufer gelten Finanzinvestoren wie Blackstone, Hellman & Friedman, KKR und Bain.
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FrankfurtDie Eigentümer des Essener Energiedienstleisters Ista wollen sich Insidern zufolge von dem Unternehmen trennen und hoffen dabei auf Milliardeneinnahmen. Die Finanzinvestoren CVC und Charterhouse hätten die Deutsche Bank und Goldman Sachs mit dem Verkaufsprozess beauftragt, sagten mehrere mit den Plänen vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters am Mittwoch. In Finanzkreisen wird mit einem Preis von bis zu drei Milliarden Euro gerechnet, womit dies eine der größten Private-Equity-Transaktionen in Deutschland seit langem werden könnte.

Erste unverbindliche Gebote für den Stromablese-Spezialisten werden im ersten Quartal erwartet. Ein Börsengang sei nicht ausgeschlossen, aber unwahrscheinlich, sagten mehrere Insider. Die Eigentümer bevorzugten einen Verkauf. Ista-Chef Walter Schmidt hatte sein Unternehmen neulich als fit für die Börse bezeichnet.

Als potenzielle Käufer werden andere Finanzinvestoren wie Blackstone, Hellman & Friedman, KKR und Bain genannt. Sie hätten bereits damit begonnen, sich mit Ista genauer zu beschäftigen. „Super Firma, aber super teuer“, sagt der Chef eines großen Private-Equity-Hauses.

Ista setzte im vergangenen mit seinen rund 4600 Mitarbeitern knapp 700 Millionen Euro um. Für das laufende Jahr wird ein Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) von 290 Millionen Euro erwartet. Die Schulden belaufen sich auf 1,8 Milliarden Euro. Charterhourse hatte Ista 2007 kurz vor Ausbruch der Finanzkrise für 2,4 Milliarden Euro von CVC gekauft, später hatte sich CVC wieder mit 24 Prozent beteiligt.

Ista dürfte Experten zufolge in den nächsten Jahren wie Rivale Techem von einer neuen europäischen Richtlinie profitieren, die eine verbrauchsgenaue Stromabrechnung vorschreibt, wie sie in Deutschland bereits üblich ist. Von allen Beteiligten gab es keine Stellungnahme.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • 3 Mrd. EUR??? Das wäre eine Multiple von über 10 aufs EBITDA. Halte ich für sehr hoch. Da müsste schon ordentlich Wachstum kommen damit die Schuldentragfähigkeit gewährleistet ist. Ansonsten wird das wieder ein mieser PE Deal an dessen Ende die aufgeladen Schulden nicht mehr beglichen werden könnnen.

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