Nach Flughafen-Streiks: Sicherheitsbranche stimmt über Schlichterspruch ab

Nach Flughafen-Streiks
Sicherheitsbranche stimmt über Schlichterspruch ab

Die Beschäftigten der Sicherheitsbranche stimmen über einen Tarif-Kompromiss ab. Der Vorschlag des Schlichters sieht kräftige Lohnzuschläge vor, die Gewerkschaft empfiehlt Zustimmung.
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DüsseldorfNach den folgenschweren Streiks an den Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn hat die Abstimmung der Gewerkschaftsmitglieder über den Schlichterspruch für das Sicherheitsgewerbe begonnen. Das Ergebnis werde am kommenden Montag vorliegen, sagte Verdi-Sprecher Günter Isemeyer in Düsseldorf. Die Verdi-Tarifkommission hat den Gewerkschaftsmitgliedern die Annahme des Schlichtervorschlags empfohlen.

Sollten die Mitglieder dennoch ablehnen, droht eine Fortsetzung des monatelangen Arbeitskampfs. In Hamburg hatten die Verdi-Mitglieder ein erstes Ergebnis abgelehnt. Nach Verdi-Angaben sieht der Schlichterspruch eine Lohnerhöhung in den untersten Lohngruppen von 10,2 Prozent vor - bei zwei Jahren Laufzeit.

Die Löhne sollen von 8,15 bzw. 8,23 Euro auf 9 Euro pro Stunde steigen. Für die Passagierkontrolleure an den Flughäfen sei eine Erhöhung von 18,1 Prozent vorgesehen. In der Fracht- und Warenkontrolle an den Airports sollen 22,3 Prozent mehr gezahlt werden. Verdi hatte 30 Prozent für die 34 000 Beschäftigten des privaten Sicherheitsgewerbes in NRW gefordert.

Laut Verdi wäre der Schlichtervorschlag branchenübergreifend einer der bundesweit höchsten Tarifabschlüsse der jüngeren Zeit. Die Arbeitgeber haben dem Schlichterspruch bereits verbindlich zugestimmt. Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker zeigte sich ebenfalls zufrieden mit dem von NRW-Landesschlichter Bernhard Pollmeyer vorgeschlagenen Abschluss. Das Ergebnis suche seinesgleichen. Die Streiks hätten sich gelohnt, die Niedriglöhne würden deutlich angehoben.

Die Abstimmung der Verdi-Mitglieder läuft in den 20 Betrieben, die sich an den Streiks beteiligt hatten. Notwendig ist eine einfache Mehrheit. Arbeitgeber und Arbeitnehmer hatten sich am 18. März darauf geeinigt, den Landesschlichter einzuschalten. Er soll nun auch den Hamburger Tarifkonflikt schlichten. In dem Arbeitskampf waren in den vergangenen Monaten die Flughäfen Düsseldorf und Köln/Bonn immer wieder tagelang bestreikt worden. Allein in Düsseldorf fielen durch die Streiks des Sicherheitspersonals über 1000 Flüge aus, mehr als 100 000 Fluggäste waren betroffen.

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