Nach Mursi-Sturz
Urlauber zieht es trotz Unruhen nach Ägypten

In den Städten und bei den Pyramiden sind zur Zeit keine Touristen. In den Baderegionen am Roten Meer aber ist die Lage so ruhig, dass der Urlauberstrom ungebrochen ist. Das Auswärtige Amt verschärft seine Reisehinweise.
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FrankfurtDer politische Umsturz in Ägypten hält Deutsche nicht von Reisen in das Land ab. Allerdings zieht es die Urlauber nicht in die von Unruhen erschütterten Städte, sondern an die Strände. "In den Baderegionen am Roten Meer ist die Lage ruhig", sagte eine Sprecherin von TUI Deutschland am Donnerstag. Derzeit habe der Marktführer 5000 Gäste am Roten Meer mit Orten wie Hurghada oder Scharm al Scheich. In Alexandria und Kairo hielten sich derzeit keine TUI-Urlauber auf. Reisen in die Hauptstadt könnten zunächst bis Montag nicht gebucht werden. Insgesamt lägen die Buchungszahlen für das Land sieben Prozent über dem Vorjahresniveau, sagte sie. Das ist ein Aufwärtstrend, der sich bereits vergangenes Jahr zeigte. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) urlaubten 2012 etwa 1,2 Millionen Bundesbürger in Ägypten - ein Fünftel mehr als im Vorjahr. Ägypten rangiert in den Top Ten der beliebtesten Reiseziele der Deutschen.

Auch der TUI-Rivale Thomas Cook stellt derzeit keine Buchungsdelle fest. "Wir hatten in den vergangenen Tagen neue Buchungen für Ägypten", sagte eine Sprecherin. Das unter Marken wie Neckermann, Öger oder Bucher bekannte Unternehmen schicke seine Gäste aber ausschließlich zu Zielen am Roten Meer. Städtereisen oder Nilkreuzfahrten seien vorerst aus dem Programm genommen worden.

Das Auswärtige Amt hat seine Reisehinweise für Ägypten verschärft. Es rät wegen der volatilen Sicherheitslage von nicht notwendigen Reisen in die Großstädte Kairo und Alexandria ab und empfiehlt Touristen, sich auf die Urlaubsgebiete am Roten Meer und Oberägypten zu beschränken. Vom Aufenthalt in den übrigen Landesteilen werde dringend abgeraten. Gegen Reisen über den Flughafen Kairo hat die Behörde keine Bedenken: Der Airport funktioniere normal und sei gut gesichert. Deutschlands größte Fluglinie Lufthansa fliegt Kairo deshalb auch weiterhin an. Von Frankfurt starten täglich zwei Maschinen.

Die ägyptische Armee hatte den Präsidenten Mohammed Mursi am Mittwochabend gestürzt und eine Übergangsregierung eingesetzt. Zuvor demonstrierten Millionen Ägypter landesweit gegen Mursi, der ein Jahr im Amt war. Sie warfen ihm vor, das Land islamisiert und eine schwere Wirtschaftskrise verursacht zu haben. Der Tourismus gehört zu den Haupteinnahmequellen Ägyptens.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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