Nach schwachem 2012: Baukonzern Strabag bleibt optimistisch

Nach schwachem 2012
Baukonzern Strabag bleibt optimistisch

Der österreichische Baukonzern Strabag kürzt nach einem schwachen Geschäftsjahr die Dividende um zwei Drittel. Die Branche leidet zurzeit unter heftigem Preiskampf, einige Unternehmen sind bereits in Schieflage geraten.
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WienDer österreichische Baukonzern Strabag erwartet trotz trüber Aussichten für die Branche steigende Gewinne. Der Betriebsgewinn (Ebit) soll im laufenden Jahr auf mindestens 260 Millionen Euro zulegen, nach 207 Millionen Euro im vergangenen Jahr, wie das Unternehmen am Dienstag mitteilte. "Der Strabag-Vorstand erwartet für 2013 zwar eine nochmalige leichte Eintrübung der Rahmenbedingungen im europäischen Bausektor, geht aber gleichzeitig davon aus, dass größere negative Einmaleffekte wie im Jahr 2012 ausbleiben", hieß es in der Mitteilung. Während das Geschäft im wichtigen Osteuropamarkt Polen auch in den kommenden Quartalen mau ausfallen dürfte, rechne die Firma mit Zuwächsen im Tunnelbau, außerhalb Europas und in Österreich.

Im vergangenen Jahr machte Strabag der Sparkurs öffentlicher Auftraggeber zu schaffen, die Ausgaben für den Bau neuer Straßen und Infrastruktur scheuen. Hinzu kamen Probleme bei Projekten in Osteuropa: Der Konzern hatte Schwierigkeiten, bei seinen Kunden das Geld für bereits erbrachte Leistungen einzutreiben und musste Verluste bei Gemeinschaftsprojekten verdauen. Strabag hatte daher zwei Mal die Ergebnisprognose gesenkt. Im vierten Quartal schnitt die Firma allerdings deutlich besser ab, als von Analysten erwartet: Der Betriebsgewinn kletterte von Oktober bis Dezember um 62 Prozent auf 206 Millionen Euro.

Der Sparkurs der Auftraggeber und ein ruinöser Preiskampf in der Baubranche haben andere Anbieter in Finanznöte gebracht. In Polen sind bereits einige Firmen Pleite gegangen. Der österreichische Rivale Alpine konnte nur mit einem Forderungsverzicht der Banken vor dem Kollaps bewahrt werden.

Dividende sinkt

Die Aktionäre sollen für das vergangene Jahr eine Dividende von 20 Cent erhalten nach 60 Cent für 2011. Hier hatten Analysten deutlich mehr erwartet.

Die Auszahlung kommt auch Firmenchef Hans Peter Haselsteiner zugute: Er hält 28,9 Prozent an dem Konzern. der 69-jährige Manager will mit Ablauf der Hauptversammlung am 14. Juni zurücktreten - ein Jahr früher als zuletzt geplant. Seine Nachfolge tritt sein Stellvertreter Thomas Birtel an.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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