Nach Teilübernahme
Helios-Chef will Rhön-Mitarbeitern Angst nehmen

Mit dem Kauf der 43 Rhön-Kliniken wird Helios der größte private Krankenhausträger in Europa. Die Gewerkschaft Verdi sieht nach der Übernahme tausende Stellen in Gefahr. Nun will Helios die Angst vor Kündigungen nehmen.
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BerlinNach dem Überraschungscoup von Fresenius wollen die Bad Homburger den Mitarbeitern von Rhön-Klinikum die Angst vor Kündigungen nehmen. „Wir haben ihre Klinik nicht gekauft, um Personal zu kündigen und die Klinik dann zu schließen“, schrieb der Chef der Fresenius-Tochter Helios, Francesco De Meo, in einem Brief an die Mitarbeiter von Rhön-Klinikum. Der Brief lag der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am Freitag vor. Die Tarifverträge von Rhön würden weiter gelten, versicherte De Meo.

Nachdem Fresenius die Übernahme der Kliniken Mitte September für gut drei Milliarden Euro angekündigt hatte, zeigte sich die Gewerkschaft Verdi besorgt. Sie sieht tausende Stellen in Gefahr: „Von den 30.000 Arbeitsplätzen sind in den nächsten Jahren bis zu 7000 gefährdet“, hatte Verdi-Experte Uwe Ostendorff vergangenes Wochenende der „Wirtschaftswoche“ gesagt. Bei Fresenius heißt es, diese Aussage entbehre jeder Grundlage.

Bei den anstehenden Tarifverhandlungen stelle sich die Frage, ob und in welchem Umfang standortbezogene Tarifverträge bei Rhön erhalten bleiben oder in einen Konzerntarifvertrag überführt werden sollten, schrieb De Meo weiter. Der Helios-Tarifvertrag sei in einzelnen Punkten besser als andere Tarifverträge im Bundesgebiet, sagte eine Helios-Sprecherin.

Statt die Rhön-Klinikum AG komplett zu kaufen, übernimmt Fresenius 43 Kliniken und 15 medizinische Versorgungszentren des MDax-Konzerns. Anders als die im Vorjahr gescheiterte Komplettübernahme ist der Klinik-Kauf ohne die Zustimmung der Hauptversammlung möglich – und kann daher nicht von Rhön-Anteilseignern wie dem Hamburger Klinikkonzern Asklepios gestoppt werden. Der Deal macht die Fresenius-Tochter Helios zum unangefochtenen Marktführer in Deutschland mit einem Umsatz von knapp 5,5 Milliarden Euro. Das Bundeskartellamt muss der Transaktion noch zustimmen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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