NSA-Spitzelaffäre: Whistleblower bringt Booz Allen in Erklärungsnot

NSA-Spitzelaffäre
Whistleblower bringt Booz Allen in Erklärungsnot

Die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton ist in Erklärungsnöten. Edward Snowden, der ein Internet-Überwachungsprogramm des US-Geheimdienstes NSA öffentlich gemacht hat, hat dort gearbeitet.
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DüsseldorfEdward Snowden führte nach eigenen Angaben ein komfortables Leben im Tropenparadies Hawaii mit Freundin und sechsstelligem Jahresgehalt. Doch dann legte er sich mit einem mächtigen Gegner an: den Geheimdiensten der USA. Der 29-jährige Snowden ist den Zeitungen „The Guardian“ und „Washington Post“ zufolge die Quelle der Enthüllungen über geheime US-Überwachungsprogramme, die in der vergangenen Woche für Schlagzeilen sorgten. Jetzt verschanzt sich der Ex-Geheimdienstmitarbeiter in einem Hotelzimmer in Hongkong und wartet auf die Reaktion von Präsident Barack Obamas Regierung, die bisher immer unerbittlich gegen Geheimnisverräter vorging.

Vor allem für die Beratungsfirma Booz Allen Hamilton ist der Geheimnisverrat pikant. Wie das Unternehmen am Sonntagabend (US-Zeit) mitteilte, habe Snowden tatsächlich für das Unternehmen gearbeitet, allerdings „weniger als drei Monate“. Er sei einem Team auf Hawaii zugeteilt gewesen. Die Berichte, dass er sich zur Herausgabe geheimer Informationen bekannt habe, seien „schockierend und – falls zutreffend – bedeuten sie einen schweren Verstoß gegen die Verhaltensregeln und die zentralen Werte unseres Unternehmens.“ In enger Zusammenarbeit mit den Behörden wolle man den Vorfall aufklären.

Booz Allen Hamilton hat im vergangenen Jahr einen Umsatz von 5,9 Milliarden Dollar (4,5 Milliarden Euro) erzielt. Das Unternehmen beschäftigt etwa 25.000 Mitarbeiter in aller Welt. Mehr als drei Viertel der Beschäftigten hätten Sicherheitsfreigaben der amerikanischen Regierung – die Hälfte von ihnen der Stufe „Top Secret“ oder höher. Das Unternehmen sieht sich als Spezialist für die Bekämpfung von IT-Sicherheitsrisiken. Unter anderem berät Booz Allen neben Regierungsbehörden auch Atomkraftwerksbetreiber oder Krankenhäuser zu IT-Sicherheitsthemen.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " NSA-Spitzelaffäre: Whistleblower bringt Booz Allen in Erklärungsnot"

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  • Die US Ueberwachungsprogramme sind ein Spiegel der US Aussenpolitik,mit anderen Worten wenn man im Ausland viel Aggression ausuebt,hat man in seinem eigenen Land viel zu fuerchten.Zugleich ist es ein Zeichen dass die EU-Politik hiervon Abstand nehmen muss,es gab schon zu viele DDR-Regime.Auch bedeutet dies dass es ganz dringend ist die gemeinsame NatoPolitik mit NordAmerika zu ueberpruefen,und die Nato in eine EU-Organisation zu aendern.Fuer Konsumente heist es wenn man eine Alternative hat fuer US-Firmen mit Telefon,PC,Internet,Bank,man mit einer Alternative weniger ausspioniert wird.Europaeische Firmen sollten hiermit werben

  • "Unter anderem berät Booz Allen neben Regierungsbehörden auch Atomkraftwerksbetreiber oder Krankenhäuser zu IT-Sicherheitsthemen." - sind das die, die so überaus erfolgreich die chinesen draussen halten ???

  • In anderen Worten, Booz Allen Hamilton ist ein interface der National Snoop Ageny zur Privatwirtschaft.

    Bechtel ist auch voll mit Snoops bis unter die Hutkrampe.

    Solche Firmen sollten in Europa von öffentlichen Aufträgen ausgeschlossen wenn ihnen nicht die Geschäftstätigkeit insgesamt untersagt wird.



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