Odebrecht
Schuldeingeständnis im größten Schmiergeldprozess der Geschichte

Der brasilianische Baukonzern Odebrecht hat sich im größten Schmiergeldprozess der Geschichte schuldig bekannt. Die Strafe beläuft sich auf 3,5 Milliarden Dollar – mindestens. Es geht um Öl und Korruption.
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New YorkDer brasilianische Großkonzern Odebrecht und seine Petrochemie-Tochter Braskem müssen wegen Bestechung von Regierungsfunktionären mindestens 3,5 Milliarden US-Dollar (3,3 Milliarden Euro) Strafe zahlen. Die Unternehmen hätten auf der ganzen Welt Behördenmitarbeiter geschmiert, um Regierungsaufträge zu erhalten, teilte das US-Justizministerium am Mittwoch mit.

Odebrecht und Braskem bekannten sich schuldig. Die Strafzahlungen sollen in den USA, Brasilien und der Schweiz geleistet werden. Es sei die größte Strafsumme, auf die sich die Prozessbeteiligten jemals in einem internationalen Korruptionsfall geeinigt hätten, teilte das Justizministerium mit.

„Die Firmen haben fast eine Milliarde Dollar an Beamte in verschiedenen Funktionen in vielen Ländern gezahlt“, sagte Staatsanwalt Robert L. Capers. „Um ihre Verbrechen zu verschleiern, nutzten sie das globale Finanzsystem. Unsere Botschaft lautet: Wir werden Unternehmen und Personen für Korruption verantwortlich machen - auch wenn ihr Plan noch so ausgefeilt ist.“

In den Unternehmen habe es eine regelrechte „Bestechungsabteilung“ gegeben, die sich um die Schmiergeldzahlungen gekümmert habe, sagte der leitende Ermittler Sung-Hee Suh. Insgesamt seien mehrere Hundert Millionen Dollar geflossen. Die Schmiergelder seien über ein komplexes Geflecht aus Scheinfirmen mittels undokumentierter Zahlungen und Offshore-Bankkonten gezahlt worden.

Odebrecht ist in Brasilien zudem in den Korruptionsskandal „Lavo Jato“ verwickelt, in dem gegen Dutzende Politiker und Unternehmer ermittelt wird. Unter den Verdächtigen sind Ex-Präsident Luiz Inácio Lula da Silva und Mitglieder der Partei des aktuellen Staatschefs Michel Temer.

Odebrecht wurde von Nachfahren deutscher Einwanderer gegründet. Heute hat das Unternehmen rund 181 000 Mitarbeiter und ist in 23 Ländern tätig. In Brasilien soll das Unternehmen vor allem geschmiert haben, um an Aufträge des halbstaatlichen Energiekonzerns Petrobras zu kommen.

Auch bei den Aufträgen für den Bau von Stadien für die Fußballweltmeisterschaft 2014 sollen Bestechungsgelder geflossen sein. Der größte Baukonzern Lateinamerikas war auch an einigen Bauten für die Olympischen Spiele in diesem Jahr beteiligt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Odebrecht: Schuldeingeständnis im größten Schmiergeldprozess der Geschichte"

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  • "Herr Fritz Porters - 18.11.2016, 11:43 Uhr

    @ Herr Hoffmann

    ich habe nicht diesen enormen politischen Sachverstand wie Sie, aber die von Ihnen beschriebene "Grünen-Sozialistischen Vernichtungspolitik".... ist das sowas wie ein "Gemüseauflauf"? :-D
    Herrlich, die Kommentare sind echt Comedy... einige Artikel im HB sind echt besorgniserregend, aber die Kommentare können einem das Lachen zurückzaubern. Danke ...muss weiter arbeiten...aber nachher schaue ich noch mal in die Kommentare...will doch auch später noch was zu schmunzeln haben..."

    @Porters

    VIELEN DANK Herr Porters,
    es ist wirklich ein immenser Zeitaufwand, von morgens bis abends zu jedem Artikel so witzige Kommentare zu schreiben.
    Bei manchen Artikeln sogar mehrere.
    Schön das Sie das zu schätzen wissen.

    Aber die Ehre gebührt nicht mir alleine. An den Comedy-Kommentaren sind noch weitere Leute beteiligt die auch gewürdigt sein wollen:
    Paff, von Horn, Vinci Queri, Delli, Bollmohr, Caruso, Mücke, Ebsel, Dirnberger....

    ohne sie wäre ich hier sehr einsam !

    Aber besonders erwähnen möchte einen, der wirklich den ganzen Tag, und damit meine ich von morgens bis abends, aber auch wirklich jeden Artikel kommentiert (er ist fleisiger als ich), und auch die meisten Artikel mehrmals kommentiert.....

    das ist unser geliebter

    TRAUTMANN

    Danke

  • "Herr Josemin Hawel"
    "Und immer nur geht alles gegen Merkel. Ich finde, dass Handelsblatt sollte etwas gegen krude Propaganda und auch Textmüll wie den von Hoffmann unternehmen."

    Das ist ja wohl unerhört.
    Da gibt man sich täglich von morgens bis abends die Mühe jeden Artikel,aber auch wirklich jeden zu kommentieren, und zu vielen Themen der Artikel habe ich wirklich keine Ahnung, dann wird man auch noch beschimpft.
    Dabei kläre ich die Leute doch nur über Putin und Trump auf, zwei echte Kerle.
    Wo wir mit unserem sprechenden Hosenanzug hingekommen sind sieht man ja wohl aktuell.
    Danke

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