Online-Versand: Zalando wächst und macht mehr Miese

Online-Versand
Zalando wächst und macht mehr Miese

Der Online-Händler Zalando hat im vergangenen Jahr den Umsatz mehr als verdoppelt. Doch auch der Verlust ist während der Expansion weiter gestiegen. Die Schuld daran liege aber nicht an der Rücksendelust der Kunden.
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BerlinDer Online-Modehändler Zalando wächst rasant, schreibt aber wegen hoher Investitionen noch Verluste. Der Umsatz übertraf 2012 die Milliarden-Euro-Marke. In diesem Sommer will der Anbieter für Schuhe und Modeartikel nach Erfurt ein zweites großes Logistikzentrum in Mönchengladbach eröffnen.

Wie das Unternehmen am Freitag in Berlin mitteilte, hat sich der Umsatz von 510 Millionen Euro im Jahr 2011 auf 1,15 Milliarden Euro 2012 mehr als verdoppelt. Darin nicht eingerechnet seien Artikel, die die Kunden wieder zurückschickten.

Das Betriebsergebnis vor Zinsen und Steuern lag nach den vorläufigen Zahlen bei etwa minus 90 Millionen Euro nach minus 60 Millionen im Jahr zuvor. In der Kernregion Deutschland, Österreich und Schweiz hat die Zalando GmbH nach eigenen Angaben ein ausgeglichenes Ergebnis erzielt. Ein Gewinn unterm Strich wurde nicht genannt.

Zalando wurde erst 2008 gegründet und hat in den vergangenen Jahren die Textil-Versandhandelsbranche durcheinandergewirbelt, Konkurrenten wie der Platzhirsch Otto beobachten den Aufstieg der Berliner genau. Das Internet wird als Bestellweg vor allem für junge Leute immer bedeutender.

Zalando bietet als reiner Internet-Händler inzwischen 150 000 Produkte an, außer Bekleidung auch Haushaltsartikel, Einrichtungsgegenstände für die Wohnung, Sportgeräte und Kosmetik. Die Kosten für Rücksendungen könne Zalando verkraften, sagte Geschäftsführer Rubin Ritter der Nachrichtenagentur dpa: „Die Retourenquote liegt bei zirka 50 Prozent. Das ist Teil des Geschäftsmodells, das ist im Businessplan einkalkuliert.“

Zalando beliefert rund 10 Millionen Kunden in 14 europäischen Ländern. Im vorigen Jahr kamen sieben Staaten hinzu: Spanien, Schweden, Finnland, Dänemark, Norwegen, Polen und Belgien. An eine Expansion in weitere Regionen ist vorerst nicht gedacht: „Wir sind jetzt in allen wichtigen Märkten Europas vertreten. Darauf wollen wir uns konzentrieren“, sagte der andere Geschäftsführer David Schneider. „Anlaufverluste nehmen wir in Kauf, sie sind Teil unserer Strategie beim Eintritt in neue Märkte“, ergänzte Ritter. Entscheidend sei, dass sich die Margen bereits in allen Regionen positiv entwickelten.

Finanziell sei Zalando gut aufgestellt. „2012 ist unsere Eigenkapitalquote auf über 50 Prozent gestiegen, von 39 Prozent im Jahr zuvor. Wir verfolgen einen starken Wachstumskurs und haben als Ausgleich dafür immer eine sehr konservative Bilanzstruktur gewählt“, betonte Ritter. Der schwedische Investor AB Kinnevik ist derzeit größter Anteilseigner mit 35 Prozent. Zweitgrößter Gesellschafter sind die Samwer-Brüder, die wohl bekanntesten deutschen Internet-Investoren, mit 29 Prozent.

Kommentare zu "Zalando wächst und macht mehr Miese"

Alle Kommentare
  • Interessante Strategie:
    Wenn man einen dicken Geldbeutel als Firma hat, kann man die ganzen Einzelhändler sterben lassen. Die Innenstädte sterben, Läden werden nur noch "mißbraucht" um Sachen zu probieren, die man dann im Internet kauft. Und dann ist man nicht mal billiger.
    Wenn man die ganze Zeit draufzahlt und das Geschäft dennoch weiter verfolgt ist das Dumping!

  • Ahhhhh - das tut ja weh! Vielleicht schaffen sie's ja bis zum Verkauf an Amazon zu überleben.

  • Würde Zalando seine Produkte im Internet besser darstellen gäbe es auch weniger Rücksendungen. Ich selbst habe 2x einen Bademantel zurückgesandt, da ich im Internet nicht die Länge erkennen konnte. Besser wäre es, Zalando würde einen menschl. Körper unterlegen.

  • die weden sich die betriebswirtschaftliche katastrofe schon auf den kleinsten nenner runter bilanzieren,bei dem geschäftsmodell plumpenst möglich.

    schließlich gehts für die eigentümer um alles oda nix

    jetzt muß schnellstens ein verwerter her...

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