Pakete statt Pkw
Post investiert auf Bochumer Opel-Gelände

Die Deutsche Post übernimmt Teile des Opel-Werks in Bochum, das Ende des Jahres geschlossen wird. Das Logistikunternehmen aus Bonn will dort ein Paketzentrum bauen. Das ist auch eine Chance für Hunderte Opelaner.
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Bochum / DüsseldorfDie Deutsche Post will auf der Fläche des bisherigen Bochumer Opel-Werks ein Paketzentrum errichten und damit rund 600 neue Arbeitsplätze schaffen. Der Bonner Konzern werde insgesamt einen dreistelligen Millionen-Betrag investieren und in der Ruhrgebietsstadt eines seiner größten Paketzentren in Deutschland aufbauen, kündigte Bereichsvorstand Uwe Brinks am Dienstag in Düsseldorf an.

Rund 50.000 Pakete in der Stunde sollen einmal in Bochum bearbeitet werden, voraussichtlich ab 2016 solle das Zentrum die Arbeit aufnehmen. Die GM-Tochter Opel will die Fahrzeugproduktion in Bochum mit einst über 3000 Beschäftigten Ende des Jahres schließen. NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin wertete die Investitionsentscheidung der Post als „Signal“, die Perspektiven für die Zeit nach 2014 schaffe.

Die Post knüpft angesichts des Paket-Booms – immer mehr Verbraucher bestellen Waren bei Online-Händlern wie Amazon oder Zalando – in Deutschland ein immer dichteres Zustellnetz. 2013 hatte der Konzern in Deutschland allein über eine Milliarde Pakete befördert. 33 Paketzentren betreibt die Post bereits im Bundesgebiet, derzeit entsteht ein weiteres im hessischem Obertshausen.

Bochum wäre damit das 35. Zentrum – und wie Obertshausen auf 50.000 Pakete pro Stunde ausgelegt, deutlich mehr, als die bisherigen Zentren umschlagen. Der Bonner Konzern kann zudem auf öffentliche Hilfen rechnen. Nach Duins Aussage hat die EU-Kommission bereits entschieden, dass eine Förderung in Folge des Auslaufens der Opel-Produktion nicht als Beihilfe anzusehen sei.

SPD-Minister Duin nannte die geplante Ansiedlung „eines der bedeutendsten Investments im mittleren Ruhrgebiet seit Jahrzehnten“. Die Post-Tochter DHL biete „mehreren Hundert Opelanern konkrete Zukunftschancen“. Zusteller fangen bei dem Konzern Brinks zufolge mit einem Stundenlohn von rund 12,70 Euro an – Opel-Personalvorstand Ulrich Schumacher zufolge erhalten die Beschäftigten bei dem Autohersteller indes derzeit „jenseits von 20 Euro die Stunde“.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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