Paris, der Terror und die Folgen
Konzerte lassen sich nicht schützen

So mancher Konzertbesucher wird nach dem Terroranschlag künftig ein mulmiges Gefühl haben. Doch für Sicherheit könne nur der Staat sorgen, sagt der bekannte Konzertveranstalter Marek Lieberberg.

BerlinDer Konzertveranstalter Marek Lieberberg sieht nach dem terroristischen Angriff auf ein Rockkonzert in Paris im Klub Bataclan Sicherheitsbehörden und Gesellschaft gefordert. Der Kulturbetrieb sei der falsche Adressat für Sicherheitsfragen. „Wir haben ausreichende Sicherheitsvorkehrungen in einer normalen Situation. Für eine terroristische Situation ist keiner von uns gewappnet, und zwar in keinem Bereich des öffentlichen Lebens“, sagte Lieberberg. „Wir können uns nicht mit bloßen Händen oder Metalldetektoren gegen Kalaschnikows oder Bomben zur Wehr setzen.“

Sollte es Hinweise geben, dass ein Konzert gefährdet sei, müsse die Polizei für ausreichenden Schutz sorgen. „Sie glauben doch nicht ernsthaft, dass sich ein Ordner einem islamischen Terroristen entgegenstellt, der mit einer feuernden Kalaschnikow auf ihn zurennt. Das ist doch verrückt.“

Die Gesellschaft müsse sich der Gefährdungslage bewusst werden, was insbesondere in Deutschland lange verdrängt worden sei. Nun seien Gesellschaft und Politik gefordert, eine Reaktion zu zeigen und Antworten zu geben. „Aber wir können das als Konzertveranstalter nicht leisten.“

Nach der jüngsten Terrorwelle in Paris Konzerte abzusagen, hält Lieberberg für den falschen Weg. Am Abend der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA habe er zusammen mit Depeche Mode entschieden, ein Konzert stattfinden zu lassen. „Das war ein sehr trauriger Abend. Auf der anderen Seite hat es demonstriert, dass wir uns die Freiheit, die unser Leben auszeichnet, nicht nehmen lassen.“ Lieberberg gilt als einer der renommiertesten deutschen Konzertveranstalter.

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Erste Absagen in Paris

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