Partnerbörsen
Das Geschäft mit der Liebe

Eine passende Begleitung fürs Leben – das versprechen so viele Partnerbörsen. Deshalb müssen die Online-Dating-Plattformen selbst Pärchen bilden. Der Markt ist übersättigt, die ersten schließen sich zusammen.
  • 2

DüsseldorfManchmal werden aus Konkurrenten Liebende. So wie bei der Online-Dating-Plattform Friendscout24 und ihrem bisherigen Wettbewerber Neu.de. Ab Mitte nächsten Jahres wollen die beiden deutschsprachigen Partnerbörsen ihre Datenbanken verbinden. Wer dann auf Neu.de surft, wird auch Singles von Friendscout24 kennenlernen können.

Dass die beiden Konkurrenten nun eine so intensive Partnerschaft eingehen, hängt mit dem neuen Eigentümer von Friendscout24 zusammen: Seit Juli gehört Deutschlands größte Singlebörse mit einer Million aktiven Mitgliedern zu dem europäischen Datinggiganten Meetic, der Konzernmutter von Angeboten wie der App Tinder und eben auch Neu.de.

Die Zusammenarbeit zwischen Neu.de und Friendscout ist da eine logische Konsequenz. Denn weil der Markt als gesättigt gilt, gibt es nur noch wenige Wachstumsmöglichkeiten – expandieren oder eben fusionieren beziehungsweise zukaufen. Friendscout24 und Meetic haben sich nun für die letztere Variante entschieden.

„Wir waren mit unseren Dating-Portalen bislang in allen Märkten führend – außer in Deutschland“, sagt Meetic-Chef Alexandre Lubot in einem exklusiven Interview mit dem Handelsblatt. Das habe sich mit der Akquisition von Friendscout24 geändert, jetzt ist die Meetic-Gruppe auch in Deutschland Marktführer.

Schon jetzt arbeiten die ehemaligen Konkurrenten zusammen. Die 20 Neu.de-Beschäftigten sind zu ihren 60 neuen Kollegen in die Friendscout24-Zentrale in München gezogen. Nach Angaben von Friendscout24-Geschäftsführerin Martina Bruder gibt es durch den Zusammenschluss auf beiden Seiten keine Kündigungen, die Zahl der Mitarbeiter bleibe gleich.

Auch für den Kunden soll sich nichts ändern – außer, dass er seine Daten künftig mit deutlich mehr Menschen teilt als vorher. „Wir werden unsere Kunden natürlich rechtzeitig informieren und die Veränderungen kommunizieren. Der Datenschutz verpflichtet uns, die Zustimmung unserer Kunden ausdrücklich einzuholen – und das werden wir selbstverständlich auch tun“, erklärt Bruder. Für die Kunden habe der Zusammenschluss sogar Vorteile: Künftig hätten sie noch mehr Auswahl bei der Partnersuche, so Bruder. Die Marken sollen komplett erhalten bleiben. 

Kommentare zu " Partnerbörsen: Das Geschäft mit der Liebe"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Wie hoch die Chance ist dass da jemand wirklich antwortet, ich weiß es nicht?
    Aber der Preis ist ja ganz schön saftig beim "Marktführer" - 40 Euro pro Monat, wie lange muss ich denn da angemeldet bleiben?
    Bei dem Preis müsste mich der Marktführer ja sofort instant mit jemandem verkuppeln? *hehe
    Kleinere Anbieter wurden nicht genannt (bspw Finya) oder auch innovative Anbieter wie bspw. Lelala.de mit Geld-Zurück-Garantie.
    Und da steht was von 6Millionen beim Marktführer - der schreibt wiederum aber selbst auf seiner Seite 10Millionen?
    Welche Angabe stimmt nun?

  • Partnerbörsen sind ein Ausdruck unserer gehetzten und kommunikativ verarmten Gesellschaft.

    Brave New World ist bei uns mit den menschenverachtenden Büroarbeitsplätzen sowie den zahlreichen digitalen, die Langeweile vergeblich bekämpfenden Spielzeugen schon lange angekommen.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%