Patrick De Maeseneire
Adecco-Chef geht trotz starker Zahlen

Der Schweizer Personalvermittler Adecco hat von der Konjunkturerholung in Europa Rückenwind bekommen. Im ersten Quartal gelang dem Dienstleister ein Gewinnsprung. An der Firmenspitze kommt es zu einem Wechsel.
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ZürichBeim Schweizer Personalvermittler Adecco tritt die Führungsspitze überraschend ab. Konzernchef Patrick De Maeseneire und Finanzchef Dominik De Daniel gehen im Sommer von Bord, teilte der Weltmarktführer am Donnerstag mit. Während für den Konzernchef mit Alain Dehaze bereits ein interner Kandidat zum Nachfolger erkoren wurde, soll der neue Finanzchef erst in den kommenden Monaten bekanntgegeben werden.

„Das war absolut meine eigene Entscheidung“, sagte De Maeseneire auf einer Telefonkonferenz. Nach zehn Jahren bei der mit Randstad und Manpower konkurrierenden Firma wolle er nun etwas Neues versuchen. „Ich bin nun fast 58 Jahre alt und möchte noch vieles machen in meinem Leben und manchmal muss man die Tür schließen, um zu sehen, welche anderen sich öffnen.“ Es gebe keinerlei Differenzen über die Strategie zwischen der Führung und dem Verwaltungsrat, sagten De Maeseneire und Präsident Rolf Dörig.

Um den Posten des Konzernchefs beworben hatte sich auch Finanzchef De Daniel. Ihm wurde aber mit dem 51-jährigen Dehaze der Leiter der größten Einheit Frankreich vor die Nase gesetzt. Er könne verstehen, dass De Daniel die Firma verlasse, sagte Dörig.

An der Börse fiel die Aktie um 6,5 Prozent. Analysten bedauerten das Ausscheiden der beiden Manager. Sie hätten erheblich zum Erfolg der Firma beigetragen, kommentierte die Bank Vontobel. Doch mit Dehaze als neuem Chef sei eine sehr gute Wahl getroffen worden.

Die beiden Manager hinterlassen eine erfolgreiche Firma. Im ersten Quartal 2015 stieg der Gewinn vor allem dank der besseren Konjunktur in Europa um 45 Prozent auf 160 Millionen Euro und übertraf damit die Analystenerwartungen klar. Der Umsatz wuchs um vier Prozent auf 5,1 Milliarden Euro. Das angestrebte Ziel einer Gewinnmarge von 5,5 Prozent werde im laufenden Jahr bestimmt erreicht.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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