Personalvermittler
Adecco setzt auf schnelles Wachstum

Der Personalvermittler Adecco rechnet mit einem schnellen Wachstum in Europa. Das Unternehmen steigert seinen Umsatz im zweiten Quartal um vier Prozent. An der Börse kam das Ergebnis trotzdem nicht gut an.
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ZürichDer Personalvermittler Adecco hofft auf Rückenwind durch die Konjunktur. „Das Wachstum zieht in weiten Teilen Europas an“, sagte der Ende Monat abtretende Konzernchef Patrick De Maeseneire am Dienstag in einem Interview mit Reuters. Hier erziele der Weltmarktführer rund zwei Drittel seiner Erlöse.

Im zweiten Quartal steigerte die mit Randstad und Manpower konkurrierende Firma den Umsatz um vier Prozent auf 5,58 Milliarden Euro. Der Gewinn stieg um 22 Prozent auf 177 Millionen Euro.

Das Wachstum dürfte sich laut De Maeseneire im zweiten Halbjahr beschleunigen und Adecco das Rentabilitätsziel von mehr als 5,5 Prozent im laufenden Jahr erreichen. Wichtig ist dabei der größte Einzelmarkt Frankreich mit einem Umsatzanteil von gut einem Fünftel und vergleichsweise hohen Margen. Erstmals seit vier Jahren ist Adecco dort – wenn auch nur um zwei Prozent – wieder gewachsen.

In den kommenden Quartalen werde der Konzern in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Eurozone stärkere Wachstumsraten aufweisen, sagte De Maeseneire. Dies werde sich positiv auf die Profitabilität der ganzen Gruppe auswirken.

Wachsen will der Konzern primär organisch. Großakquisitionen seien nicht geplant. Adecco sehe sich aber auch selbst nicht als Ziel einer Übernahme, sagte De Maeseneire.

An der Börse kam das Ergebnis nicht gut an. Obwohl Adecco die Erwartungen nur leicht verfehlt hat, büßte die Aktie mehr als drei Prozent ein. Die Analysten hatten im Schnitt mit einem höheren Gewinn gerechnet. Die Experten bezweifeln, dass der Konzern sein Margenziel im laufenden Jahr noch erreicht.

Adecco müsste die Marge, die sich im zweiten Quartal auf 4,9 Prozent verbessert hat, auf über 6,2 Prozent steigern. „Die ist eine sehr sportliche Vorgabe, zumal offenbar auch im Juli keine Beschleunigung gelang“, schrieb Marco Strittmatter, Analyst bei der Zürcher Kantonalbank.

Trotz des Führungswechsels ist für Kontinuität gesorgt. Alain Dehaze, der am 1. September das Zepter von De Maeseneire übernimmt, kommt aus den eigenen Reihen. Dehaze leitete zuvor das Geschäft in Frankreich.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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