Pilotengewerkschaft
Streik bei Air France vorerst beendet

Entwarnung für alle Passagiere von Air France: Es wird vorerst keine weiteren Streiks geben: Allerdings nicht, weil es eine Einigung gibt, sondern aus dem genau gegenteiligen Grund.
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ParisNach einem zweiwöchigen Streik kehren die Piloten der Air France wieder in die Cockpits zurück. "Man muss als Vertreter der Arbeitnehmer wissen, wann man einen Streik beenden muss, auch wenn es keine Fortschritte gibt", teilte die wichtigste Gewerkschaft SNPL am Sonntag mit.

Um die Lage zu beruhigen, sollten die Piloten wieder fliegen. Bei dem Streit zwischen der Airline und den Flugzeugführern geht es um die Bezahlung und die Arbeitsbedingungen bei einer Billigtochter, die das Management im Kampf gegen Konkurrenten wie easyJet oder Ryanair ausbauen will. Nach Verkündung des Streik-Endes teilte Air France umgehend mit, den Ausbau der Tochter Transavia schnell vorantreiben zu wollen. Der Ausstand habe die Firma mehr als 280 Millionen Euro gekostet.

Mit einer Normalisierung des Flugbetriebs ist erst ab Dienstag zu rechnen. In den letzten Tagen wurden 60 Prozent der Flüge gestrichen. Auch für Sonntag und Montag wurden bereits Verbindungen annulliert. Daran ändere sich nichts, teilte Air France mit. Es sei bedauerlich, dass es trotz langwieriger Gespräche - zuletzt 15 Stunden am Samstag - zu keiner Einigung gekommen sei. Auch bei der Lufthansa haben Verhandlungen im Tarifkonflikt mit den Piloten noch keine Vereinbarung gebracht. Hier drohen weitere Streiks.

In Frankreich gerieten die Piloten zuletzt auch unter Druck der Regierung, die 16 Prozent des Unternehmens besitzt. Ministerpräsident Manuel Valls forderte die Gewerkschaft am Freitag auf, einen Kompromissvorschlag des Managements anzunehmen.

Dieser sieht weiterhin den Ausbau der Tochter Transavia France vor, enthält aber auch Zugeständnisse an die Piloten. Valls rief am Sonntag beide Seiten auf, das gegenseitige Vertrauen wiederherzustellen und das Unternehmen gemeinsam weiterzuentwickeln. Er verwies darauf, dass im Billigbereich hohe Wachstumsraten erzielt werden.

Air France steht wie die Lufthansa unter Druck von Günstiganbietern, die seit Ende der 90er Jahre im Aufwind sind. Die Traditionsunternehmen waren zunächst aus Angst vor Konkurrenz im eigenen Haus zögerlich. Heute ist die Hälfte des Marktes in der Hand von Billigfliegern. Lufthansa will deswegen für Kurzstreckenflüge die Tochter Eurowings ausbauen und setzt auch bei Interkontinentalverbindungen auf eine Billigstrategie.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Pilotengewerkschaft: Streik bei Air France vorerst beendet"

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  • Streik vorerst beendet
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    Die Betonung liegt auf "vorerst".
    Bei den streiklustigen Franzosen könnte der Streik jederzeit wieder aufflammen.

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