Porno-König gegen Casino-König Die „Girls Gone Wild“ sind pleite

Spielschulden, angebliche Mord-Pläne, Gerichtsverfahren: Sexfilm-Unternehmer Joe Francis und Glücksspiel-Milliardär Steve Wynn bekriegen sich seit Jahren bis aufs Blut. Jetzt hat Francis` Firma Insolvenz angemeldet.
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Ein Magazin zur Video-Reihe „Girls Gone Wild.“ Quelle: AP/dpa

Ein Magazin zur Video-Reihe „Girls Gone Wild.“

(Foto: AP/dpa)

New YorkDie Idee, die Joe Francis reich machte, war so simpel wie erfolgreich: Ende der 90er Jahre begann er, junge Frauen zu überreden, sich filmen zu lassen – beim feiern, trinken, strippen und beim Sex. Die Softpornos, die daraus entstanden, nannte Francis „Girls Gone Wild“. Sie verkauften sich derart rasant, dass der Unternehmer daraus ein kleines Imperium erschuf.

Nun steht der gut gebräunte 39-Jährige, der im Privatjet durch die USA flog und eine Zeitlang Paris Hilton seine Freundin nannte, vor den Trümmern seines Werks.

Casino-Chef Steve Wynn. Quelle: AFP

Casino-Chef Steve Wynn.

(Foto: AFP)

Mitte der Woche meldete die Firma GGW Brands und mehrere Schwestergesellschaften, die die schlüpfrigen Videos und Magazine produzieren, in Los Angeles Insolvenz an. Unter der Last mehrerer Schadenersatzforderungen in Höhe von insgesamt rund 16 Millionen Dollar wolle man sich neu aufstellen, hieß es in einer Mitteilung.

Der Gläubigerschutz nach Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts gilt als cleverer Schachzug von Francis, sein Imperium vor dem Zugriff seines größten Gegners zu retten: dem Casino-König Steve Wynn aus Las Vegas. Mit ihm liefert sich Porno-König Francis seit Jahren einen bizarren Streit, es geht um Spielschulden, Verleumdung und Schadenersatzklagen.

Es begann mit der vergleichsweise niedrigen Summe von zwei Millionen Dollar, die Francis im Februar 2007 einem Wynn-Casino vorenthalten haben soll. Im folgenden Jahr klagte Wynn die Schulden ein, doch statt sie zu bezahlen, brach Francis eine öffentliche Schlammschlacht vom Zaun: Er behauptete, Wynn habe ihn mit Betrügereien und Prostituierten zum Weiterspielen animiert.

Das ließ sich der Glücksspiel-Milliardär nicht lange bieten: Er verklagte den Filmemacher seinerseits wegen Verleumdung. Der wiederum antwortete mit einer Aufsehen erregenden Anschuldigung. Er habe Angst um sein Leben, sagte Francis. Denn Wynn wolle ihn ermorden und in der Wüste begraben lassen.

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