Post-Privatisierung
Eine Milliarde Pfund verschenkt

Im vergangenen Jahr wurde die britische Post privatisiert. Jetzt rügte ein Parlamentsausschuss die Regierung Cameron: Sie habe den Preis „viel zu niedrig gesetzt“ und damit sicher eine Milliarde Pfund verschenkt
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LondonDie britische Regierung hat nach Ansicht eines Parlamentsausschusses bei der Privatisierung der staatlichen Post im vergangenen Jahr eine Milliarde Pfund (1,25 Milliarden Euro) verschenkt. Die Privatisierung der Royal Mail sei eine der wichtigsten des Jahres gewesen; aus Angst vor einem Scheitern und aufgrund schlechter Ratschläge habe die Regierung von David Cameron den Preis „viel zu niedrig gesetzt“, sagte am Freitag der Vorsitzende des Ausschusses zur Kontrolle der Regierungsbehörde für Wirtschaft und Innovation, Adrian Bailey. Die Regierung könne diese Schlussfolgerung nicht einfach als „Firlefanz“ abtun.

Der britische Rechnungshof hatte bereits im April moniert, der Staat habe beim Börsengang der Post Geld verschenkt. Demnach stiegen die Aktien der Royal Mail bereits am ersten Handelstag um 38 Prozent. Der Gesamtwert der Anteile habe sich damit um 750 Millionen Pfund (943 Millionen Euro) erhöht. Nach fünf Monaten lag der Aktienkurs demnach 72 Prozent höher als zum Handelsstart.

Die britische Post war im vergangenen Jahr teilprivatisiert worden. Der Staat brachte mehr als die Hälfte des Unternehmens an die Börse. Kürzlich kündigte die Post die Streichung von 1600 Arbeitsplätzen an. Insgesamt zählt die Royal Mail rund 150.000 Mitarbeiter in Großbritannien.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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