Post-Streik
Verdi scheitert erneut im Streit um Beamte

Zwischen der Post und Verdi wird mit harten Bandagen gekämpft. Vor Gericht geht es erneut um den Einsatz von Beamten. Die Gewerkschaft legt eidesstattliche Versicherung vor – und scheitert dennoch.
  • 1

BonnIm scharfen Tarifkonflikt mit der Post ist Verdi erneut mit einer Klage gescheitert: Das Arbeitsgericht Bonn wies am Donnerstag Eilanträge der Gewerkschaft gegen den Einsatz von Beamten auf bestreikten Angestelltenstellen zurück.

Es hätten sich allenfalls Einzelfälle mit möglichen Verstößen bestätigt, sagte der Vorsitzende Richter des Arbeitsgerichtes Bonn am Donnerstag. Das rechtfertige keinen tiefgreifenden Eingriff in die Betriebsorganisation der Post. In einem ähnlichen Verfahren hatte die Post bereits Ende Mai die Oberhand behalten.

Die Post hat rund 40.000 Beamte, die sie teils auf bestreikten Arbeitsplätzen einsetzt. Laut Post erfolgt dies nur auf freiwilliger Basis. Verdi hatte aber eidesstattliche Versicherungen von Beamten vorgelegt, wonach sie in mindestens 22 Fällen auch gegen ihren Willen eingesetzt worden seien. Dabei seien die Einsätze teils nach nur einem Tag wieder zurückgenommen worden, sagte der Richter.

Die Post kritisierte vor dem Arbeitsgericht den Streik als grundsätzlich rechtswidrig. Ziel der Gewerkschaft Verdi sei – neben Gehalts- und Arbeitszeitfragen – erklärtermaßen auch die Zurückführung der geringer bezahlten Paketgesellschaften in den Post-Haustarif, sagte ein Post-Anwalt. Die Gründung dieser Gesellschaften sei aber Ausdruck unternehmerischer Freiheit und könne mit den Streiks aus rechtlichen Gründen gar nicht angegriffen werden.

Verdi wies die Darstellung zurück. Streikziel seien – wie es das offizielle Angebot an die Arbeitgeber ausweise – eine Lohnerhöhung und die Arbeitszeitverkürzung auf 36 Stunden, sagte die Verdi-Vertreterin.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Post-Streik: Verdi scheitert erneut im Streit um Beamte"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

  • Es ist das Recht von jedem zu streiken.
    Aber bitte bedenkt an die Auswirkungen auf die Wirtschaft.
    Mittlerweile haben viele Betriebe Probleme, da Rechnungen nicht zugestellt werden, Lieferungen nicht eingehen, jedoch belastet werden, etc.
    Dies kann dazu führen, dass diese Betriebe/Unternehmen in die Insolvenz rutschen, da sie "zahlungsunfähig" sind.
    Oder hätte die Gewerkschaft, als Vertreter von Arbeitern und Angestellten Verständnis, wenn die Gehälter und Sozialabgaben aus obengenannten Gründen nicht bezahlt werden können?
    Vielleicht sollten Gewerkschaftsbosse dies auch mal überdenken!
    Auf eine baldige Einigung hoffe ich!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%