Poststreik
Verdi zieht wegen Beamteneinsatz vor Gericht

Die Auswirkungen des Post-Streiks halten sich in Grenzen – auch, weil die Beamten nicht mitstreiken. Verdi will den Einsatz der Staatsdiener nun gerichtlich verbieten lassen. Kommende Woche entscheidet das Gericht.
  • 0

BonnDie Gewerkschaft Verdi geht gerichtlich gegen den Einsatz von Beamten im aktuellen Post-Streik vor. Eine entsprechende Verfügung habe Verdi am Dienstag beim Arbeitsgericht Bonn beantragt, teilte die Gewerkschaft mit. Ein Gerichtssprecher bestätigte den Eingang des Antrages. Er werde geprüft. Eine Entscheidung werde Anfang der nächsten Woche, voraussichtlich am Dienstag, bekanntgegeben.

Seit Beginn des Konfliktes hat die Post laut Verdi vielfach Beamte auf bestreikten Arbeitsplätzen eingesetzt. Aus Sicht der Gewerkschaft sind sie damit Streikbrecher. Das sei nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichtes rechtswidrig, erklärte die Gewerkschaft. Ein Post-Sprecher wies die Vorwürfe als haltlos zurück. Das Unternehmen halte sich strikt an die rechtlichen Vorgaben und prüfe jeden Einzelfall genau.

In dem Tarifkonflikt geht es um Gehälter und Arbeitszeiten der 130.000 Tarifangestellten, die rund 38.000 Beamte bei der Post sind von dem Konflikt nicht betroffen und dürfen auch nicht streiken. Wenn das Gericht dem Antrag folgt, könnte Verdi zufolge künftig für jeden Beamten-Einsatz auf bestreikten Arbeitsplätzen ein Ordnungsgeld von theoretisch bis zu 250.000 Euro fällig werden.

In dem Tarifkonflikt fordert Verdi eine Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit von 38,5 auf 36 Stunden bei vollem Lohnausgleich und 5,5 Prozent mehr Geld. Die nächste Verhandlungsrunde findet an diesem Mittwoch und Donnerstag (20./21.5) in Königswinter bei Bonn statt. Laut Verdi waren am Dienstag erneut rund 5.000 Beschäftigte in der Brief- und Paketzustellung und im Innendienst in den befristeten Ausstand gerufen. Die Auswirkungen sind laut Post aber relativ gering. Nur etwa sechs Prozent der Briefe seien zuletzt verzögert angekommen.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Poststreik: Verdi zieht wegen Beamteneinsatz vor Gericht"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%