Private Universität: Präsident der EBS tritt zurück

Private Universität
Präsident der EBS tritt zurück

Rolf Cremer sollte den Ruf der in einen Skandal verwickelten privaten Hochschule retten. Nach nicht einmal zwei Jahren verlässt er sie aus gesundheitlichen Gründen. Die Sanierung wird damit noch schwieriger.
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Die private EBS Universität für Wirtschaft und Recht in Wiesbaden kommt nicht zur Ruhe. Rolf Cremer, der die Leitung der Hochschule erst im Juni 2011 übernommen hatte, tritt aus gesundheitlichen Gründen zurück. „Ich hätte meinen Vertrag sehr gerne bis zum Ende der Laufzeit im Mai 2014 erfüllt, um den eingeleiteten Neuanfang zu verstetigen. Aber auf dringenden Rat meiner Ärzte musste ich meine Prioritäten ändern. Meine Gesundheit sowie die Verantwortung gegenüber meiner Familie und der Universität machen diesen Schritt notwendig“, schrieb der 63-Jährige in einer Mitteilung der Hochschule. Einen Nachfolger gibt es noch nicht.

Die EBS kämpft seit zwei Jahren mit einem Untreue-Skandal, der den Ruf der Hochschule sehr beschädigt hat.

Cremer sollte ursprünglich zusammen mit Christopher Jahns die European Business School leiten, die durch den Aufbau einer Jurafakultät zur Universität wurde. Doch gegen Jahns ermittelte die Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts der Untreue, Jahns musste gehen, Cremer wurde alleiniger Chef. Mittlerweile hat die Staatsanwaltschaft Anklage gegen Jahns erhoben, ihm wird vorgeworfen, 180.000 Euro veruntreut zu haben.

Die Hochschule kommt auch deshalb nicht aus den Schlagzeilen, weil Jahns auch juristisch gegen sie vorgegangen war. Er hatte sich nach seiner Kündigung mit der EBS vor dem Arbeitsgericht geeinigt, diese Einigung aber vor wenigen Monaten wieder angefochten. Allerdings hat er diese Anfechtung nun wieder zurückgenommen, wie sein Sprecher heute bestätigte. Mit dem angekündigten Rücktritt Cremers habe das aber nichts zu tun.

Die EBS wird auch in diesem Jahr rote Zahlen schreiben. Gewinne wird sie frühestens 2014 verbuchen, wenn das geplante Wachstumsprogramm denn greift.

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