Prognose des Finanzvorstands
Deutsche Bahn verfehlt ihre Gewinnziele

2,2 Milliarden Euro Gewinn hat die Bahn angepeilt. Aber das ist „eher unwahrscheinlich“, sagt der Finanzvorstand in der Mitarbeiterzeitung. Unter dem Strich bleibt wohl nur ein Bruchteil. Dafür gibt es mehrere Gründe.
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BerlinSturm, Streiks und Fernbus-Konkurrenz haben die Deutsche Bahn 2014 hart getroffen und ihr Gewinn-Ziel platzen lassen. „Mit der aktuellen Ergebnissituation können wir nicht zufrieden sein“, sagte Finanzvorstand Richard Lutz in der Mitarbeiterzeitung „DB Welt“, die Reuters am Dienstag vorlag. „Ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das sogenannte Ebit, von 2,2 Milliarden Euro halte ich mittlerweile für eher unwahrscheinlich.“ Allein das Sturmtief Ela im Frühjahr mit Schwerpunkt Nordrhein-Westfalen habe den Staatskonzern 60 Millionen Euro gekostet. Die Kosten der Streiks der Lokführergewerkschaft GDL bezifferte Lutz mit rund 100 Millionen Euro. Die boomende Fernbus-Konkurrenz drückt den Bahn-Gewinn früheren Angaben zufolge um weitere rund 120 Millionen Euro.

Lutz sagte, dies seien aber nicht die einzigen Effekte für die Verfehlung des Gewinn-Zieles. „Hinzu kommen zusätzliche Planabweichungen in einigen Geschäftsfeldern“, sagte er. Die Logistik-Sparte des Güterverkehrs (Lkw, Schiff, Flugzeug) bereite Sorgen. „Auch hier kommen Ergebnis und Marge unter Druck.“ Der Wettbewerb habe in allen Märkten zugenommen. In Konzernkreisen hieß es, es laufe nun auf einen Gewinn von um die zwei Milliarden Euro hinaus.

Wenn der Staatskonzern vom Gewinn nun neben Zinsen und Steuern noch die Dividende für den Bund abziehe, blieben unterm Strich lediglich 200 bis 300 Millionen Euro, erklärte Lutz. „Und das ist für das, was wir vorhaben – nämlich in zusätzliches Wachstum zu investieren – schlicht zu wenig.“ Allein die Dividende der Bahn für 2014 soll rund 700 Millionen Euro betragen.

Probleme bleiben auch im neuen Jahr

Auch 2015 werde schwierig, sagte Lutz weiter. „Der Gegenwind vom Markt und vom Wettbewerb wird uns erhalten bleiben.“ So ist der Tarifkonflikt mit den Gewerkschaften trotz Fortschritten immer noch nicht gelöst. Die Fernbus-Konkurrenz wird immer stärker. Nach Angaben aus dem Konzern wird sie mittelfristig den Gewinn um bis zu 240 Millionen Euro schmälern. Dazu kommen die niedrigen Spritpreise. Zwar wird hier die Bahn auf der einen Seite von Diesel-Kosten entlastet. Auf der anderen Seite gilt dies auch für die Fernbusse. Vor allem aber wird Autofahren nun wieder als Alternative zum Zug attraktiver. Von den in den vergangenen Jahren stark gestiegenen Spritpreisen hatte der Fernverkehr der Bahn stark profitiert.

Lutz sagte, das Unternehmen werde weiter in Qualität und in die ökologische Vorreiterrolle investieren. Zugleich bereitete er die Mitarbeiter auf einen Sparkurs vor: „Aber es ist ebenso klar, dass wir in einer schwierigen finanziellen Situation unsere Kostenstrukturen und Prozesse im Blick behalten müssen.“ Es sei keine dauerhafte Alternative, Investitionen über höhere Schulden zu finanzieren. Der Konzern steht mit über 16 Milliarden Euro in der Kreide. Seit Amtsantritt von Bahnchef Rüdiger Grube im Jahr 2009 ist dieser Betrag trotz mehrfacher Ankündigung kaum reduziert worden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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