Prüfdienstleister
Tüv Rheinland baut auf Wachstumsregionen

Das Prüfsiegel des TÜV Rheinland bürgt für Qualität: Ob Textil- oder Lederwaren, Autos, Brillen oder Wasserverbrauch - die TÜV-Ingenieure nehmen praktisch alles unter die Lupe. Und das verstärkt im Ausland.
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KölnVon der geballten Wirtschaftskraft der weltweiten Wachstumsregionen um China, Brasilien und Indien will künftig auch der TÜV Rheinland verstärkt profitieren. Bis 2017 strebt der Prüfdienstleister eine Verdoppelung seiner Umsätze auf 2,7 Milliarden Euro an. Gleichzeitig soll die Zahl der Mitarbeiter von derzeit rund 17.200 auf 32.000 steigen, kündigte der Vorstandschef Manfred Bayerlein am Dienstag bei der Bilanzvorlage in Köln an. Dabei entfallen auf Deutschland allein 2700 neue Jobs beim TÜV Rheinland. Dies sei ein ehrgeiziges Ziel angesichts des harten Wettbewerbs um hoch qualifizierte Fachkräfte in Deutschland.

Ein wichtiger Teil der Strategie sei die Stärkung der Geschäftsfelder durch Zukäufe, hieß es. Im vergangenen Jahr habe der TÜV, der im vergangenen Jahr weltweit 5,8 Millionen Kfz-Untersuchungen durchführte, rund 20 Millionen Euro hierfür ausgegeben. Aber auch künftig wollen die Kölner den größten Teil des Wachstums aus eigner Kraft erzielen.

In seiner umsatzstärksten Sparte Industrie Services werde der TÜV Rheinland in neue Prüfverfahren investieren. Dabei stünden nicht nur einzelne Leistungen im Vordergrund, sondern die Überwachung von Großprojekten an Anfang bis zum Ende wie beim Bau von Eisenbahnen, Autobahnen oder auch Stadtviertelsanierungen.

Zum ersten Mal in der 140-jährigen Unternehmensgeschichte erwirtschaftete der TÜV Rheinland 2012 mehr als die Hälfte seines Geschäftes im Ausland. Insgesamt kletterten die Erlöse um gut 8 Prozent auf 1,5 Milliarden Euro bei einem Gewinn vor Steuern von 113 Millionen Euro. Wegen der Finanzkrise besonders in Italien und Spanien sei die Rendite rückläufig gewesen.

Hinzu kam der Einbruch der Solarwirtschaft. Diese Entwicklung habe auch die Geschäfte des TÜV Rheinland beeinträchtigt. Bayerlein zeigte sich aber zuversichtlich: „Nach einem Tal der Tränen wird es in zwei bis drei Jahren in der Photovoltaik-Industrie aber wieder aufwärtsgehen“.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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