PwC kauft Booz & Company
„Big Four“ in Angriffslaune

Die „großen Vier“ werden die mächtigen globalen Wirtschaftsprüfer genannt. Einer aus dem Quartett will rasch wachsen: PwC übernimmt einen US-Strategieberater. Die deutsche Firma Roland Berger war nicht attraktiv.
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DüsseldorfMit einem Jahresumsatz von mehr als 32 Milliarden Dollar gehört PricewaterhouseCoopers (PwC) zu den großen Vier der globalen Wirtschaftsprüfern – neben KPMG, Ernst & Young und Deloitte. Doch PwC will wachsen und hat sich entschieden, den Konkurrenten Booz & Company zu übernehmen. Booz ist vor allem als Strategieberatung aktiv und mit einem geschätzten Jahresumsatz von einer Milliarden Dollar wesentlich kleiner als der Käufer. Dennoch werden die Kartellwächter wegen der vorhandenen Konzentration in der Wirtschaftsprüferbranche den Zusammenschluss genau prüfen.

„Der Zusammenschluss ist abhängig von der Zustimmung der Booz & Company-Partner sowie der zuständigen Aufsichtsbehörden“, teilten die Firmen am Mittwoch mit. Zunächst hatte PwC sich auch die deutsche Strategieberatung Roland Berger als mögliches Kaufziel angeschaut, sich dann aber abgewendet. Die Deutschen waren gleich mit mehreren der „Big Four“ im Gespräch. Doch auch Deloitte Touche Tohmatsu hatte schließlich kein Interesse. Ernst & Young gilt als verbleibender Interessent.

Das Geschäft der Wirtschaftsprüfung mit dem der Strategieberatung muss getrennt geführt werden, um Interessenkonflikte zu beheben. Dennoch hofft auch PwC darauf, durch einen starken Auftritt in beiden Bereichen erfolgreicher zu werden. „Wir sind davon überzeugt, dass durch den vorgeschlagenen Zusammenschluss von Booz & Company mit PwC eine herausragende Professional-Service-Firm entstehen würde“, so PwC-Verwaltungsratschef Dennis Nally.

Booz beschäftigt etwa 3.000 Mitarbeiter, PwC hingegen mehr als 184.000. Booz war entstanden, nachdem der Regierungsberatungszweig von Booz Allen Ahmilton im Jahr 2008 an den Finanzinvestor Carlyle verkauft worden war.

Martin Dowideit, Leiter Digitales, Handelsblatt.
Martin Dowideit
Handelsblatt / Leiter Digitales

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