PWC

Sprung in die Spitzengruppe

Die Prüfungsgesellschaft PWC steigt dank der Übernahme von Booz zum zweitgrößten Managementberater in Deutschland auf. Die Consultingsparte wächst besonders stark. Welcher Konkurrent dennoch besser abschneidet.
Update: 20.10.2016 - 14:55 Uhr
„Die Bereitschaft der Unternehmen steigt spürbar, sich mit neuen Technologien zu beschäftigen“, sagte Vorstandssprecher Norbert Winkeljohann. Quelle: dapd
PWC

„Die Bereitschaft der Unternehmen steigt spürbar, sich mit neuen Technologien zu beschäftigen“, sagte Vorstandssprecher Norbert Winkeljohann.

(Foto: dapd)

Frankfurt.Beim größten deutschen Wirtschaftsprüfer PWC sieht die Lage nicht anders aus als bei den anderen großen Prüfern: Das einstige Kerngeschäft mit der Abschlussprüfung läuft nur noch mäßig gut, dafür boomt die Managementberatung. Die „Big Four“ auf dem Prüfungsmarkt haben in den vergangenen Jahren kräftig in den Ausbau ihrer Consultingsparten investiert. Denn dort ist einiges zu holen: Die Beraterbranche boomt, weil die Wirtschaft kräftig umbaut und Berater ins Sachen Digitalisierung sucht. Und die Margen sind ohnehin ein ganzes Stück höher als im Testieren von Bilanzen.

Bei PWC zeigte sich dieser Trend im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016 (bis Ende Juni) deutlich. Erstmals konsolidierte das Unternehmen auch in Deutschland seinen größten Zukauf der vergangenen Jahre: Die Strategieberatung Booz schlüpfte 2014 unter das Dach von PWC und lebt dort unter dem Namen Strategy& weiter.

Aus den Ergebnissen lässt sich errechnen: Die Übernahme brachte PWC im ersten Jahr einen Umsatz von rund 142 Millionen Euro ein. Die gesamte Consultingsparte von PWC wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr um 43 Prozent auf 662 Millionen Euro. Rund drei Viertel des Wachstums entfallen auf den Zukauf, der Rest schaffte PWC aus eigener Kraft.

Die erfolgreichsten Management-Berater
Platz 10: Goetzpartners Group, München
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Goetzpartners kommt in diesem Jahr auf einen Gesamtumsatz von 82 Millionen Euro, damit legt das Unternehmen um fünf Millionen Euro im Vergleich zum Vorjahr zu. Das Unternehmen wurde 1991 von Dr. Stephan Goetz und Stefan Sanktjohanser gegründet. International ist das Unternehmen mit 250 Beratern und 12 Büros in 9 Ländern präsent.

Jedes Jahr stellt die Lünendonk GmBH, Gesellschaft für Information und Kommunikation, eine Liste mit den erfolgreichsten Managementberatungen auf. Dabei wurden die in Deutschland ansässigen Managementberatungen hinsichtlich ihres Gesamtumsatzes im Jahr 2014 verglichen.

Platz 9: Porsche Consulting Gruppe, Bietigheim-Bissingen
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90 Millionen Euro Gesamtumsatz machte die Porsche Consulting im Jahr 2014, ebenfalls ein Plus von fünf Millionen Euro. 372 Berater beschäftigt die Firma derzeit. Die Consulting ist sowohl für Porsche als auch für externe Firmen aktiv.

Platz 8: Q_Perior AG, München
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Q_Perior konnte im vergangenen Jahr um zwei Millionen Euro zulegen und machte insgesamt einen Umsatz von 92 Millionen Euro. 427 Berater zählt das Unternehmen mittlerweile – ebenfalls zwei mehr als im Vorjahr. Q_Perior hat unter anderem Standorte in Hamburg, Frankfurt, München, Zürich und New York.

Platz 7: D-fine GmbH, Frankfurt am Main
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D-fine machte im Jahr 2014 einen Gesamtumsatz von 95,5 Millionen Euro, satte 13,5 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Auch bei den Mitarbeitern konnte die Firma zulegen, von 471 ging es auf 530 Beschäftigte hoch.

Platz 6: KPS, München
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KPS machte insgesamt einen Umsatz von 111,1 Millionen Euro, 14,1 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Die Mitarbeiterzahlen sind fast explodiert: Von 171 auf 317. Die Gesellschaft ist 2008 aus dem Reverse-Take-Over der Haitec AG durch die KPS Consulting GmbH entstanden. Unternehmenssitz der KPS ist in München mit weiteren Geschäftsstellen in Österreich und der Schweiz sowie in Skandinavien. Das Unternehmen ist ein im General Standard gelistetes börsennotiertes Unternehmen.

Platz 5: Kienbaum, Gummersbach
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Kienbaum legte um drei Millionen Euro zu, auf insgesamt 115 Millionen Euro Gesamtumsatz. Bei den Mitarbeitern ging es etwas zurück, von 710 auf 670. Kienbaum wurde am 15. Oktober 1945 von Gerhard Kienbaum gegründet. Heute bietet das Unternehmen Beratungsleistungen in den Bereichen Executive Search, Human Resource Management, Vergütungsberatung sowie Management Consulting und Unternehmenskommunikation.

Platz 4: Horvath, Stuttgart
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Horvath machte insgesamt einen Umsatz von 122 Millionen Euro, ein Plus von 16,5 Millionen Euro. Weltweit beschäftigt die Consulting 536 Mitarbeiter.

PWC dürfte damit von der Größe her unter die Top drei der Managementberater in Deutschland aufgestiegen sein. Die unabhängigen amerikanischen Strategieberatungen geben zwar keine offiziellen Zahlen mehr für Deutschland bekannt. Laut Branchenkreisen liegt der Umsatz von McKinsey aber deutlich über 800 Millionen Euro. Der Deutschlandumsatz der Boston Consulting Group wird für 2015 auf rund 620 Millionen Euro geschätzt – also etwas unter dem von PWC.

In einem Satz mit diesen Konkurrenten genannt zu werden, dürfte PWC gefallen. Der Prüfer hat sich als einziger aus der Branche mit Booz eine große, fokussierte Strategieberatung zugelegt. Deloitte, KPMG und EY konzentrieren sich auf Übernahmen mittelgroßer Spezialberater. Die Strategie von PWC lautet: Alle Dienste vom Strategieentwurf bis zur konkreten Umsetzung inklusive Prozess- und Steuerberatung sollen Kunden aus einer Hand angeboten werden. „Das bringt uns deutliche Wettbewerbsvorteile“, sagte PWC-Vorstandssprecher Norbert Winkeljohann in Frankfurt.

„Wir spielen in der Champions League, die Prüfer nicht“
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