Reedereigruppe Rickmers trennt sich von Linien-Schiffen

Der Traditionsreeder Rickmers ist hochverschuldet. Nun verkauft das Hamburger Unternehmen sein Liniengeschäft an den Bremer Bauunternehmer Zeaborn – und zahlt dafür sogar noch eine Mitgift.
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Spaziergänger am Hamburger Hafen: Der Traditionsreeder Rickmers verkauft einen Teil seines Geschäfts. Quelle: dpa
Blick auf Hamburgs Hafen

Spaziergänger am Hamburger Hafen: Der Traditionsreeder Rickmers verkauft einen Teil seines Geschäfts.

(Foto: dpa)

HamburgDie Hamburger Reedereigruppe Rickmers verkauft einen wesentlichen Teil ihres Geschäfts. Das Linien-Geschäft Rickmers Line geht an die Bremer Zeaborn Gruppe. Das teilte Rickmers in einer Ad-hoc-Meldung am Donnerstagabend mit. Die Flotte bestand zuletzt aus elf Schiffen und 153 Mitarbeitern. Das Familienunternehmen trennt sich damit von einer verlustreichen Sparte – und zahlt dafür sogar noch einen einstelligen Millionen-Betrag Mitgift.

Rickmers ist hochverschuldet – unter anderem mit einer Mittelstandsanleihe über 200 Millionen Euro, die nur noch mit rund einem Drittel ihres Ausgabewerts notiert. 2015 kam die Gruppe bei 587 Millionen Euro Umsatz wegen hoher Wertberichtigungen auf 135,5 Millionen Euro Verlust. Im Jahr 2016 verschlechterte sich das Geschäft weiter – unter anderem wegen des Verfalls der Frachtraten und Überkapazitäten im Markt. Die Sparte Liniengeschäft verlor im ersten Halbjahr 2016 gut 24 Millionen Euro Umsatz und kam nur noch auf knapp 65 Millionen Euro.

Das sind die Giganten der Meere
Containerschiff "MOL Triumph" im Hamburger Hafen
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Das Containerschiff „MOL Triumph“ legte am Abend (15. Mai 2017) in Hamburg am Terminal Burchardkai an. Mehr als 20.000 Standardcontainer (TEU) kann der Gigant laden, doch die vergleichsweise flache Elbe ließ nur eine Fahrt mit gut der Hälfte der maximalen Kapazität zu.

„MOL Triumph“ auf dem Weg zum Hamburger Hafen
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Mit 400 Metern Länge gehört die „MOL Triumph“ zu den größten Schiffen weltweit, wie der weitere Überblick zeigt.

Die „Cosco Shipping Panama“ fährt in den Panamakanal ein
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Das chinesische Containerschiff „Cosco Shipping Panama“ befuhr im Juni 2016 als erstes Schiff den ausgebauten Panamakanal. Neun Jahre nach Beginn des Ausbaus wurde die Wasserstraße damit offiziell für Schiffe der sogenannten Postpanamax-Klasse freigegeben. War es bis dahin nur Schiffen mit einer Ladekapazität von bis 4400 Containern möglich, den Kanal zu benutzen, so können mittlerweile Großschiffe mit bis zu 14.000 Containern die Wasserstraße befahren.

COSCO Shipping Panama
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Mit einer Länge von 300 Metern und fast 50 Meter Breite zählt die COSCO Shipping Panama sicher zu den Giganten der Meere.

Containerschiff „MSC Zoe“
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Die MSC Zoe beim Einlaufen in den Hamburger Hafen im August 2015. Sie ist mit 395 Metern Länge und 59 Metern Breite zwar knapp nicht das größte Containerschiff der Welt, was die Abmessungen betrifft. Ihre 19.224 Standardcontainer (TEU) bedeuten zu Zeitpunkt ihrer Indienststellung aber Weltrekord in Sachen Transportkapazität. Der Frachter wurde auf der de Daewoo-Werft in Südkorea für die Reederei MSC (Mediterranean Shipping Company) gebaut.

UASC Barzan
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In Sachen Abmessungen spielen die Containerschiffe der UASC A18 in der Champions League. 400 Meter lang und fast 60 Meter breit sind die Giganten der in Kuwait ansässigen Reederei United Arab Shipping Company. Die maximale Ladung liegt bei 18.800 TEU. (Foto: Frank Schwichtenberg/Schwicht de Burgh Photography; CC BY 3.0)

P&O Nedlloyd Tasman
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Als die "P&O Nedlloyd Tasman" im Jahr 2000 die Werft in Warnemünde verließ, war sie das größte jemals in Deutschland gebaute Containerschiff. Heute liegt das knapp 280 Meter lange Schiff eher im Mittelfeld der Containerriesen, seine Ladekapazität beträgt 5468 TEU. Die Abkürzung TEU (Twenty Feet Equivalent Unit) bezeichnet einen Standardcontainer von 20 Fuß (6,058 Meter) Länge und 8 Fuß (2,438 Meter) Breite.

Vorstandschef Ignace van Meenen will die Gruppe nun auf das Chartergeschäft und Service rund um Schiffe konzentrieren. Die Analyse des Belgiers ist: Rickmers war im Liniengeschäft zu klein, um sich gegen den Preisverfall zu stemmen – und konnte gegen die Verluste auch nicht weiter ansparen. Er will sich nun auf das übrige Geschäft konzentrieren. Die Probleme ist er jedoch nicht los: Auch im übrigen Geschäft fielen zuletzt Verluste an. Ein eigentlich für 2014/15 geplanter Börsengang ist auf unbestimmte Zeit verschoben.

Hinter der Gruppe steht der Unternehmer Bertram Rickmers aus der traditionsreichen Reeder-Dynastie. Er hatte die Linie vor Jahren von Hapag-Lloyd zurückgekauft, um sie zurück in die Familie zu holen. Jetzt übernimmt sie Zeaborn, hinter dem der Bauunternehmer Kurt Zech steht. Rickmers bleibt privat beteiligt. Die Linie darf zudem seinen Namen weiter nutzen.

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