Reisekonzern in der Kritik
Shitstorm für Thomas Cook

Der Tod zweier Kinder im Urlaub bringt den Reiseriesen Thomas Cook in Bedrängnis. Wegen des Umgangs mit dem Schicksalsschlag steht Thomas Cook bei Twitter am Pranger. Nun droht gar ein Boykott der Reisenden.
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LondonZwei Kinder sterben im Urlaub und der Reisedienstleister Thomas Cook erhält Medienberichten zufolge mehr Entschädigung als die Eltern. Das hat Folgen: Auf Twitter hagelt es Kritik. Selbst einen eigens dafür eingerichteten Twitter-Account namens „Boycott Thomas Cook“ gibt es bereits.

Der Reisekonzern sieht sich nun mit Boykott-Aufrufen konfrontiert. Bislang allerdings (noch) ohne Folgen für die Buchungen: Nach Worten von Cook-Chef Peter Fankhauser schlägt sich die öffentliche Empörung nicht im Geschäft nieder. „Bis jetzt sehen wir keinen Effekt bei unseren Buchungen“, sagte er am Mittwoch. Die Buchungen für den Sommer seien zufriedenstellend.

Dennoch: Thomas-Cook-Aktien verloren immerhin mehr als einen Prozentpunkt an Wert, nachdem ihr Kurs bereits am Montag gesunken war. Für das erste Halbjahr des Geschäftsjahres 2014/15 wies Thomas Cook einen operativen Verlust von 173 Millionen Pfund aus. Im Vorjahr waren es noch minus 187 Millionen.

Hintergrund der Kritik ist die Art, wie das britische Unternehmen mit dem Tod zweier Kinder im Familienurlaub auf der griechischen Insel Korfu im Jahr 2006 umgegangen ist. Aufgrund eines defekten Gasboilers im Ferien-Appartement einer britischen Familie war ein Geschwisterpaar durch austretende Dämpfe vergiftet worden. Die sechs und sieben Jahre alten Kinder starben sofort.

Medienberichten zufolge soll Thomas Cook selbst eine höhere Wiedergutmachung in dem Fall bekommen haben als die Eltern der Kinder. Das Unternehmen hat nach eigener Auskunft 1,5 Millionen Pfund von dem Hotel-Betreiber in Griechenland erhalten. Die Eltern bekamen von dem Touristik-Konzern lediglich 350.00 Pfund und kritisierten, dass das Unternehmen neun Jahre lang nicht auf ihre Fragen geantwortet habe.

Thomas Cook spendete die 1,5 Millionen Pfund mittlerweile für gemeinnützige Zwecke an Unicef. Konzernchef Fankhauser entschuldigte sich öffentlich für den tragischen Trauerfall. Ein bitterer Beigeschmack und die Boykott-Aufrufe bleiben trotzdem.

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