Reiseveranstalter
Unruhen in Nordafrika sind schlecht für Club Med

Für den französischen Reiseveranstalter Club Med sieht es derzeit düster aus: Unruhen in Tunesien und Ägypten dämpfen die Reiselust. Nun will das Unternehmen in Schwellenländer expandieren.
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ParisDer französische Reiseveranstalter Club Méditerranée ist im abgelaufenen Geschäftsjahr wieder ins Minus gerutscht. Nach zwei Jahren mit Gewinn betrug der Nettoverlust neun Millionen Euro, wie Club Med am Freitag in Paris mitteilte. Zu Buche schlug unter anderem die Schließung von vier Ferienanlagen. Der Umsatz ging im Vergleich zum Vorjahr um 3,5 Prozent auf 1,41 Milliarden Euro zurück. Insgesamt zählte Club Med 30.000 Kunden weniger.

„Der Sommer war in Europa noch schwieriger als erwartet, insbesondere in Frankreich“, sagte Club-Med-Finanzdirektor Michel Wolfovski der Nachrichtenagentur AFP. Wegen der Wirtschaftskrise blieben Touristen aus, zudem verzeichnete Club Med einen starken Rückgang von Buchungen für Urlaube in Ägypten und Tunesien, wo die politische Lage unruhig ist. „Das Umsatzwachstum in Asien und Amerika hat diesen europäischen Schock zum Glück dämpfen können“, sagte Wolfovski.

Club Med, für seine Feriendörfer bekannt, will sein internationales Geschäft weiter ausbauen und zielt dabei insbesondere auf Kundschaft aus China. In diesem Jahr buchten erstmals mehr als 100.000 chinesische Touristen bei Club Med, 2015 soll das Land der zweitwichtigste Markt für den Reiseveranstalter sein. Club Med setzt zudem zunehmend auf den gehobenen Tourismus.

Der operative Gewinn der Feriendörfer von Club Med fiel im Geschäftsjahr 2012/2013 um elf Prozent auf 55 Millionen Euro, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Der Umsatz ging wechselkursbereinigt um 1,3 Prozent auf 1,4 Milliarden Euro zurück. Auch die Buchungen in den vergangenen acht Wochen verheißen nichts Gutes: In der Region Europa/Afrika gaben sie um 1,7 Prozent nach, in Amerika um 2,5 Prozent. Einziger Lichtblick war Asien mit einem Plus bei den Buchungen von 6,4 Prozent.

Club Med ist derzeit Übernahmeziel: Die Finanzinvestoren Fosun International aus China sowie Ardian aus Frankreich sind an einem Kauf des Ferienanbieters interessiert.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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