Rhön-Klinikum
Krankenhausbetreiber hält nach Zukäufen Ausschau

Der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum prüft die Möglichkeit weiterer Zukäufe. Angesichts gut gefüllter Kassen sei man grundsätzlich an weiteren Häusern interessiert. Ein konkretes Objekt der Begierde gibt es bereits.
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FrankfurtNach dem Verkauf eines Großteils seiner Kliniken an den Konkurrenten Helios streckt der Krankenhausbetreiber Rhön-Klinikum wieder selbst die Fühler nach Zukäufen aus. „Aktuell sind wir in einer Handvoll M&A-Projekten in verschiedenen Phasen aktiv“, sagte Finanzvorstand Jens-Peter Neumann am Mittwoch auf der Hauptversammlung in Frankfurt. Rhön-Klinikum verfüge über einen „sehr auskömmlichen“ finanziellen Freiraum in Höhe eines mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrages.

Das Unternehmen sei grundsätzlich interessiert an Häusern der Maximalversorgung und Spezialkliniken. „Generell sind die Treiber für eine Marktkonsolidierung weiter präsent“, sagte Neumann. Gleichzeitig seien aber auch die Ressentiments gegen Krankenhausprivatisierungen weiter hoch.

Vorstandschef Martin Siebert erwartet in den kommenden Jahren enormen Kostendruck im Krankenhaussektor. Derzeit arbeite bereits rund die Hälfte aller Einrichtungen defizitär, unabhängig von der Trägerschaft. „Vieles spricht dafür, dass wir in den nächsten Jahren einen schmerzhaften Konsolidierungsprozess erleben werden, der vor allem kleinere Einrichtungen im ländlichen Raum erfassen wird“, sagte er. Eine erste Übernahme hat der Vorstand konkret im Visier: Am Firmensitz im fränkischen Bad Neustadt an der Saale soll das bisher kreiseigene Krankenhaus in den Neubau der dortigen Rhön-Klinik integriert werden.

Rhön-Klinikum hatte im vergangenen Jahr 43 Kliniken an den Rivalen Helios verkauft, der zum Gesundheitskonzern Fresenius gehört. Das Unternehmen betreibt nun noch zehn Kliniken an fünf Standorten und wird selbst immer mal wieder als Übernahmekandidat gehandelt. Der zweitgrößte Anteilseigner von Rhön-Klinikum, der Konkurrent Asklepios, hatte jüngst aber klar gestellt, seine Beteiligung von gut 15 Prozent als Finanzinvestment zu sehen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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