Rocket Internet
Shopwings gibt in Deutschland auf

Erst im Herbst hatte Rocket Internet seine Tochter Shopwings in Deutschland gestartet. Über den Onlinedienst konnten Kunden in ihrem lokalen Supermärkten bestellen. Doch nun gibt das Start-up hierzulande auf.
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DüsseldorfDie Start-up-Schmiede Rocket Internet zieht bei einem ihrer jüngsten Projekte die Reißleine. Der Einkauf- und Lieferdienst Shopwings werde in Deutschland eingestellt, sagte ein Rocket-Internet-Sprecher am Mittwoch. Das Unternehmen werde sich stattdessen auf andere Märkte in Südostasien konzentrieren.

Shopwings war im Herbst vergangenen Jahres in Deutschland gestartet. Die Idee: der Kunde wählt online seine Artikel aus, ein persönlicher Einkäufer übernimmt den Weg zum Supermarkt in der Nähe – etwa Lidl, Aldi, Edeka oder Alnatura – und liefert die Waren binnen zwei Stunden nach Hause. Je nach Warenwert fällt ein Lieferpreis von bis zu 6,90 Euro an. Genutzt werden kann der Dienst in München und Berlin.

Shopwings werde wegen kostenträchtiger Auflagen für Verbraucherinformationen und die mangelnde Kooperation mit dem Einzelhandel den Dienst kommende Woche einstellen, hatte das Wirtschaftsmagazin Capital zuvor unter Berufung auf Branchenkreise berichtet.

Das Geschäftsmodell von Rocket Internet basiert auf dem Aufbau von Start-ups. Um Neugründungen und deren Wachstum zu finanzieren, ging das Unternehmen im Herbst an die Börse und hat sich seitdem wiederholt frisches Geld besorgt.

Der Kapitalhunger des Wagniskapitalfinanzierers ist groß, denn die Start-up-Firmen schreiben rote Zahlen. Von den von Rocket betreuten Firmen gelten der Essenslieferdienst Delivery Hero und die beiden Online-Möbelhändler Westwing und Home24 als wahrscheinlichste nächste Kandidaten für einen Börsengang.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Rocket Internet: Shopwings gibt in Deutschland auf"

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  • Wenn das tatsächlich die Gründe sind, halte ich das ja für einigermaßen unverantwortlich, ein angebliches 30 Milionen €-Unternehmen so an die Wand zu fahren:
    unverantwortlich gegenüber den Mitarbeitern
    unverantwortlich gegenüber den Investoren

    Dass es eine LMIV gibt hätte Shopwings bei der Gründung beachten müssen, spätestens bei der Due Dilligence durch Rocket Internet hätte eine rechtliche Beleuchtung des Geschäftsmodell erfolgen müssen.
    Und ob die Handelsketten bereit sind, in so ein Modell einzusteigen, hätte RI mit einem paar Gesprächen klären können.
    Auf der NOAH in Berlin hat o. Samwer ja dargestellt, wie im Hause Rocket Internet recherchiert wird: am Beispiel Türkei habe man in Wikipedia geschaut und dann in google maps. Eine professionelle Recherche hätte sich nicht gelohnt. (Dafür hat man dann anschließend ein paar hundert Leute auf die Straße gesetzt.
    Es erstaunt dann schon, dass bei einem derartig "professionellen" Vorgehen alleine Tengelmann einen 2stelligen Millionenbetrag in Shopwings investiert.
    Eine Woche vor Schließung noch war die Lebensmittelbranche der Wachstumsmarkt für RI, Riesenpotential! - jetzt zwei Schlappen. Und jetzt ist für shopwings gerade noch Potential in Australien und Asien vorhanden.
    Die nächste Schlappe mit Helpling zeichnet sich schon ab - das Original hat gerade aufgegeben.
    Naja, mit der halben Milliarde, die RI Anfang letzter Woche eingesammelt hat, können die ja nochmal 20 solche Unternehmen hops gehen lassen.
    Den "Brüdern" solltest Du halt kein Geld geben.

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