Rocvin-Insolvenz

Neuer Investor rettet Limousinendienst des Bundestags

Im Juli hatte der langjährige Fahrdienst des Bundestags Insolvenz angemeldet. Nun zeigt sich: Mit frischem Kapital sind die Fahrten für die Abgeordneten auch künftig gesichert. Doch der Streit geht weiter.
  • Christoph Seyerlein
Das Unternehmen Rocvin hat einen neuen Investor gefunden. Quelle: dpa
Bundestags-Fahrbereitschaft

Das Unternehmen Rocvin hat einen neuen Investor gefunden.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Fall hatte im Juli für Aufsehen gesorgt. Seit siebzehn Jahren chauffieren die Fahrer des Limousinenservice Rocvin die Bundestagsabgeordneten zu ihren Terminen. Doch dann beschloss der Ältestenrat des Bundestages, seine Abgeordneten nach dem 31. Juli 2017 nicht mehr von Rocvin, sondern von der Bundeswehrtochter BW Fuhrpark kutschieren zu lassen. Mit einem Schlag war Rocvin den Auftrag los, der für das Unternehmen von existenzieller Bedeutung war. Als dann noch ein Altgläubiger ein Darlehen fällig stellte, musste Rocvin Insolvenz anmelden.

Doch Thomas Mohnke, Vorsitzender des Beirats von Rocvin, gab sich kämpferisch: „Ich sehe noch nicht, dass die Messe gelesen ist.“ Nun zeigt sich, dass er Recht behält. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Prof. Rolf Rattunde mitteilte, habe man einen Investor gefunden, der ein Insolvenzverfahren überflüssig mache.

„Ab 1. September kann Rocvin aus unserer Sicht wieder profitabel fahren“, wird Mohnke in der Mitteilung des Insolvenzverwalters zitiert, die Bezahlung der rund 240 Mitarbeiter sei gesichert. Auch persönlich lohnt sich die Entwicklung für Mohnke: Er soll künftig die Geschäftsleitung bei Rocvin übernehmen.

In diesen Großstädten ist Taxifahren am teuersten
Platz 10: Hannover
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In rund 80 Prozent der deutschen Tarifgebiete hat die Einführung des Mindestlohns zu einer Erhöhung der Taxigebühren geführt. Nicht nur die Grundgebühr, sondern auch die Kilometerpreise sind angestiegen. Das ergibt eine aktuelle Untersuchung der Taxi-Bestell-App mytaxi, die einen Überblick über die zehn teuersten Taxi-Städte gibt. Gelistet wird nach dem Preis für eine durchschnittliche Fahrt durch die Innenstadt von sechs Kilometern Länge. Auf Platz zehn landet Hannover, die Hauptstadt Niedersachsens. Die Grundgebühr für eine Taxifahrt beträgt hier 3,20 Euro. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste noch einmal 1,90 drauf. Damit liegen die Kosten für sechs Kilometer bei 14,60 Euro.

Quelle: mytaxi

Platz 9: Dresden
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In Dresden ist die Fahrt mit einem Taxi minimal teurer: Für eine Strecke von sechs Kilometern müssen Fahrgäste insgesamt 14,70 Euro zahlen, um auf öffentliche Verkehrsmittel oder die Fahrt mit einem eigenen Pkw verzichten zu können. Der Kilometerpreis liegt hier bei 1,80 Euro, die Grundgebühr beträgt 3,90.

Platz 8: Köln
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Auch in der Rheinmetropole hat die Fahrt mit dem Taxi seinen Preis: Um sechs Kilometer nach Hause kutschiert zu werden, müssen die Kölner 14,90 Euro springen lassen. Der Tarif ergibt sich aus einer Grundgebühr von 3,50 Euro und einem Preis von 1,90 Euro pro Kilometer.

Platz 7: Frankfurt
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Unter 15,50 Euro kommen Taxi-Fahrgäste bei einer Strecke von sechs Kilometern in Frankfurt nicht weg. Zwei Euro pro Kilometer und eine Grundgebühr von 3,50 Euro sind hier pro Fahrt zu entrichten.

Platz 6: Hamburg
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2,10 pro Kilometer zahlen Kunden für eine Taxifahrt in Hamburg. Hinzu kommt eine Grundgebühr von 3,20 Euro. Das ergibt einen Gesamttarif von 15,80 Euro für sechs Kilometer und Rang sechs im Ranking.

Platz 5: Berlin
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Noch etwas mehr – nämlich 15,90 Euro – muss man in Berlin in die Hand nehmen, um sechs Kilometer mit dem Taxi gefahren zu werden. Der Kilometerpreis beträgt hier zwar nur zwei Euro, die Grundgebühr liegt dafür aber schon bei 3,90 Euro. Damit ist die Hauptstadt die fünftteuerste Taxistadt Deutschlands.

Platz 4: Essen
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Wer gedacht hat, im Ruhrgebiet sei Taxifahren vergleichsweise günstig, liegt falsch. Das zumindest zeigen die Tarife in Essen, die bei insgesamt 16 Euro inklusive der Grundgebühr von vier Euro liegen. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste zwei Euro. Ganz in der Spitzengruppe fehlen jedoch sonst recht teure Städte wie Stuttgart und München – beide liegen im Taxi-Ranking außerhalb der Top Ten.

Um wen es sich bei dem neuen Geldgeber handelt, ist unbekannt, der Investor will nicht genannt werden. Rocvin hat ihn eigenen Angaben zufolge mit einem „neuen Verkehrskonzept einer umwelt- und serviceorientierten Personenbeförderung“ überzeugt. Wie genau dieses Konzept aussieht wollte der Fahrdienstleister auf Anfrage nicht näher erläutern. „Wir arbeiten dabei eng mit dem Fraunhofer Institut zusammen und werden die Ergebnisse im September präsentieren“, sagte Rocvin-Geschäftsführer Torsten Diehl dem Handelsblatt.

Rocvin klagt gegen Entscheidung des Bundestags
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