„Wir stehen nicht unter Zeitdruck“

Roland-Berger-Chef
„Wir stehen nicht unter Zeitdruck“

Burkhard Schwenker, der alte und neue Chef der Strategieberatung Roland Berger, will sich Zeit lassen mit einem möglichen Verkauf des Unternehmens. Auch mehrere Kooperationsmodelle seien im Gespräch.
  • 1

Düsseldorf Burkhard Schwenker, der alte und neue Chef der Strategieberatung Roland Berger, wird in den kommenden Wochen mit mehreren Interessenten konkret über einen Verkauf oder andere Kooperationsmodelle verhandeln, bestätigte er dem Handelsblatt (Dienstagausgabe). „Wir stehen nicht unter Zeitdruck. Wenn wir bis zum Partnertreffen im Sommer fertig werden sollten, versuchen wir, dann eine Entscheidung zu fällen“, sagte Schwenker. Die Partner kommen im Juli in Istanbul zusammen.

Der 55-Jährige Schwenker war am Samstag in Frankfurt von den rund 250 weltweiten Partnern ohne Gegenkandidat und Gegenstimme zum Nachfolger von Martin Wittig gewählt worden. Wittig hatte überraschend aus akuten gesundheitlichen Gründen zurücktreten müssen. Schwenker war bereits von 2003 bis 2010 Chef der Beratung und danach an die Spitze des Aufsichtsrats gewechselt.

Auf dem Partnertreffen wurde Schwenker zufolge sehr intensiv über die künftige Strategie diskutiert. „Externe Optionen machen nur Sinn, wenn sie unseren Klienten, Mitarbeitern und der Marke Mehrwert bringen. Nur dann sind unsere Partner dafür aufgeschlossen“, sagte Schwenker dem Handelsblatt.

Auf dem Treffen wurden demnach Namen von Interessenten genannt, die sehr unterschiedlichen Modelle aber nur grob diskutiert. Die Preise seien wegen der verschiedenartigen Modelle nur schwer vergleichbar, sagte Schwenker. In der Branche werden die Wirtschaftsprüfer Deloitte, PwC und Ernst & Young sowie die Strategieberatung Bain als mögliche Interessenten gehandelt. Die Firmen wollten dazu keine Stellungnahme abgeben.

Die Strategieberatung Roland Berger hat weltweit rund 2.700 Mitarbeiter in über 30 Ländern. Im November 2010 war ein Übernahmeversuch der Wirtschaftsprüfung Deloitte am Widerstand der Partner gescheitert.

Kommentare zu "„Wir stehen nicht unter Zeitdruck“"

Alle Kommentare
  • Mit diesem Schritt das Unternehmen an einen US Konzern zu verkaufen ist dann die letzte Beratungsfirma aufgekauft die nicht US Regeln unterworfen ist. Alle US Beraterfirmen arbeiten nach dem gleichem Schema, europäische Denkweise ist Ihnen völlig fremd, alles muß auf kurzfristige Gewinnmaximierung ausgelegt sein. Berger wird ein kurzfristiges Anhängsel des neuen Inhabers, der diesen nur kaufen wird, wegen der Bestandskunden... nach einiger Zeit werden der Name und die Programme verschwinden und man hat sich eines Wettbewerbers entledigt. Für Berger und Partner steht da wohl eher die Kaufsumme im Vordergrund.
    Anstatt weiterhin ein deutsch/europäisches Gegengewicht zu halten wird verscherbelt. Kein Wunder das alle Unternehmen nach den selben US Mustern laufen, außer z.B. Nestlé die das Wort Langfristigkeit noch kennen.

Serviceangebote