Rücktritt wegen Milliardenstrafe
Sim-Karten-Skandal kostet Manager den Kopf

Nigeria wirft dem Mobilfunker MTN vor, Millionen von unregistrierten Sim-Karten nicht abgestellt zu haben. Fünf Milliarden Euro Strafe drohen. Der Chef tritt ab. In dem Fall geht es auch um die Terrormiliz Boko Haram.

JohannesburgDer Vorstandsvorsitzende des südafrikanischen Mobilfunkanbieters MTN ist wegen einer in Nigeria drohenden Milliardenstrafe mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Aufsichtsratsvorsitzender Phuthuma Nhleko wird vorläufig die Geschäfte von CEO Sifiso Dabengwa übernehmen, wie das Unternehmen am Montag mitteilte. Die nigerianische Regierung hatte MTN Ende Oktober eine Strafzahlung von 5,2 Milliarden Dollar (4,8 Milliarden Euro) aufgebrummt.

Nigeria wirft MTN vor, rund fünf Millionen unregistrierte Sim-Karten nicht abgestellt zu haben. Die Behörden gehen davon aus, dass die daraus resultierende Anonymität vor allen Dingen Kriminellen und auch der islamistischen Terrormiliz Boko Haram hilft. MTN verhandelt derzeit mit den nigerianischen Behörden, um eine Minderung der Strafe zu erreichen. MTN hat in Nigeria rund 60 Millionen Kunden.

Die MTN-Aktie rutschte wegen der drohenden Strafzahlung in den Keller. MTN gilt als afrikanischer Standardwert, der auch viele internationale Investoren angelockt hat. Das Unternehmen gehört beispielsweise auch zu den zehn größten Investments im Afrikafonds der Deutschen Bank, wie Fondsmanager Sebastian Kahlfeld sagte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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