Saniererin im Interview
„Das Hochwasser ist oft verseucht“

Wer das Sanierungsunternehmen Sprint erreichen will, braucht Geduld: Wegen der Überflutungen sind die Mitarbeiter im Dauereinsatz. „Den eigentlichen Ansturm erwarten wir am Wochenende“, sagt Chefin Janette Bohne.
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Handelsblatt Online: Viele Regionen Deutschlands sind überflutet. Haben Sie einen Urlaubsstopp verhängt?
Janette Bohne: Ja, unsere 1100 Mitarbeiter sind im Dauereinsatz.

Wo sind Sie besonders gefragt?

In den letzten zwei Wochen vor allem in Thüringen, weil es dort bereits einige kleinere Unwetter gab. Im Osten steht das Wasser noch in vielen Bereichen – oder der Scheitel ist noch gar nicht erreicht. Den eigentlichen Ansturm erwarten wir deswegen erst am Wochenende. Das wird dann mindestens noch den ganzen Juni und Juli Thema sein. Wir werden dann Standorte wie München, Leipzig und Gera verstärken und dort Mitarbeiter aus anderen Städten und zusätzliche Trocknungsgeräte hinschicken. Ich glaube, so ein großflächiges Hochwasser hat es in Deutschland noch nicht gegeben.

Wie läuft denn so eine Sanierung ab?

Zunächst pumpen wir den restlichen Schlamm aus dem Haus. Dann prüfen wir, ob eine Entkernung nötig ist oder nicht. Das Wasser ist ja oft ölig, Estrich und Putz müssen dann raus. Und dann trocknen wir die Räume. So eine Tätigkeit muss man schon können. Beispielsweise besteht die Gefahr von Kurzschlüssen. Und das Hochwasser ist oft mit Fäkalien verseucht, so dass man die Gebäude desinfizieren muss.

Sie haben 13.000 Trocknungsgeräte. Wie funktionieren die?

Sie saugen die Feuchtigkeit aus der Luft, ähnlich wie Wäschetrockner, und pusten trockene Luft in den Raum, damit die Wände trocknen. Das dauert bei Überschwemmungsschäden oft vier bis sechs Wochen.

Macht sich das Unwetter beim Umsatz bemerkbar?

Sicher, derzeit haben wir eine gute Auftragslage. Aber wir leben in unserem Geschäft immer mit Schwankungen. Wenn im Winter starker Frost einsetzt und viele Wasserleitungen platzen, sind wir auch sehr gefragt.

Womit verdienen Sie sonst Ihr Geld?

2012 haben wir 150 Millionen Euro Umsatz erzielt. Wasserschäden machen 80 Prozent des Geschäftsvolumens aus – nicht nur nach Überflutungen, sondern auch nach Leitungsschäden. Wir beseitigen aber auch Schäden durch Brände oder Einbrüche.

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  • Liebe Leser,

    Auf Grund des enormen Schadensaufkommen im Osten und Süden Deutschlands, sind die meisten Sanierungsunternehmen überlastet.
    Wir sind ein Wasser- und Brandschadensanierer, unter dem Namen DBS GmbH bekannt.
    Wir haben noch Kapazitäten zur Verfügung und würden unsere Dienstleistungen gerne anbieten.
    Sie erreichen uns unter:0800-5895421 oder per mail: info@dbs-sanierung.de

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