Sharing Economy

Krokodil frisst Taxi

Das Berliner Start-up Allygator will den Nahverkehr revolutionieren – und internationalen Riesen wie Uber das Leben schwermachen. Ein Kilometer kostet zehn Cent. Unsere Redakteurin ist Probe gefahren.

Berliner Start-up testet neuartigen Sammel-Fahrdienst

Berliner Start-up testet neuartigen Sammel-Fahrdienst

BerlinEs gibt Tage, da verfluche ich mich dafür, dass ich so progressiv bin. Ich habe zum Beispiel kein Auto. Braucht man heutzutage ja nicht mehr, sage ich gern. Es kostet Geld, steht andauernd im Stau und Parkplätze gibt es in dem Berliner Szenestadtbezirk, in dem ich lebe, eh nur zu Weihnachten. Ganz zu schweigen von der Umwelt.

Wenn da nicht diese Tage wären, an denen es regnet. Oder wenn Sonntag ist und Bus und Bahn nur selten fahren. Nachts. Eigentlich immer, wenn ich auf dem Weg von A nach B mehr als einmal umsteigen muss und das Ziel den Preis für eine Taxifahrt nicht rechtfertigt. Dann wünsche ich mir ein Auto. 

Zum Glück gibt es in unserem progressiven Zeitalter für fast jedes Problem eine digitale Lösung. Um die Mobilität der Zukunft kümmern sich gleich mehrere Start-ups. Eine neue App heißt Allygator. Sie ist am Freitag gestartet und ich habe sie mir gleich runtergeladen.

Beim Allygator holen Fahrer die Menschen auf Bestellung mit einem Kleinbus von zu Hause ab und bringen sie zu ihrem Ziel. Quasi ein Taxi zum Teilen. Gebucht wird per iPhone, die Software erkennt, wenn eine neue Bestellung reinkommt, in wessen Route die gewünschte Strecke passen würde. Im Idealfall ist der Bus immer vollbesetzt. Die Gäste teilen sich die Kosten, obwohl jeder ein anderes Ziel hat.

In diesen Großstädten ist Taxifahren am teuersten
Platz 10: Hannover
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In rund 80 Prozent der deutschen Tarifgebiete hat die Einführung des Mindestlohns zu einer Erhöhung der Taxigebühren geführt. Nicht nur die Grundgebühr, sondern auch die Kilometerpreise sind angestiegen. Das ergibt eine aktuelle Untersuchung der Taxi-Bestell-App mytaxi, die einen Überblick über die zehn teuersten Taxi-Städte gibt. Gelistet wird nach dem Preis für eine durchschnittliche Fahrt durch die Innenstadt von sechs Kilometern Länge. Auf Platz zehn landet Hannover, die Hauptstadt Niedersachsens. Die Grundgebühr für eine Taxifahrt beträgt hier 3,20 Euro. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste noch einmal 1,90 drauf. Damit liegen die Kosten für sechs Kilometer bei 14,60 Euro.

Quelle: mytaxi

Platz 9: Dresden
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In Dresden ist die Fahrt mit einem Taxi minimal teurer: Für eine Strecke von sechs Kilometern müssen Fahrgäste insgesamt 14,70 Euro zahlen, um auf öffentliche Verkehrsmittel oder die Fahrt mit einem eigenen Pkw verzichten zu können. Der Kilometerpreis liegt hier bei 1,80 Euro, die Grundgebühr beträgt 3,90.

Platz 8: Köln
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Auch in der Rheinmetropole hat die Fahrt mit dem Taxi seinen Preis: Um sechs Kilometer nach Hause kutschiert zu werden, müssen die Kölner 14,90 Euro springen lassen. Der Tarif ergibt sich aus einer Grundgebühr von 3,50 Euro und einem Preis von 1,90 Euro pro Kilometer.

Platz 7: Frankfurt
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Unter 15,50 Euro kommen Taxi-Fahrgäste bei einer Strecke von sechs Kilometern in Frankfurt nicht weg. Zwei Euro pro Kilometer und eine Grundgebühr von 3,50 Euro sind hier pro Fahrt zu entrichten.

Platz 6: Hamburg
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2,10 pro Kilometer zahlen Kunden für eine Taxifahrt in Hamburg. Hinzu kommt eine Grundgebühr von 3,20 Euro. Das ergibt einen Gesamttarif von 15,80 Euro für sechs Kilometer und Rang sechs im Ranking.

Platz 5: Berlin
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Noch etwas mehr – nämlich 15,90 Euro – muss man in Berlin in die Hand nehmen, um sechs Kilometer mit dem Taxi gefahren zu werden. Der Kilometerpreis beträgt hier zwar nur zwei Euro, die Grundgebühr liegt dafür aber schon bei 3,90 Euro. Damit ist die Hauptstadt die fünftteuerste Taxistadt Deutschlands.

Platz 4: Essen
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Wer gedacht hat, im Ruhrgebiet sei Taxifahren vergleichsweise günstig, liegt falsch. Das zumindest zeigen die Tarife in Essen, die bei insgesamt 16 Euro inklusive der Grundgebühr von vier Euro liegen. Pro Kilometer zahlen Fahrgäste zwei Euro. Ganz in der Spitzengruppe fehlen jedoch sonst recht teure Städte wie Stuttgart und München – beide liegen im Taxi-Ranking außerhalb der Top Ten.

Probehalber gebe ich ein Ziel in die App ein, und bekomme den Hinweis, dass ein passender Wagen nur ein paar Minuten von meiner Tür entfernt ist. Ob ich buchen wolle. Ich zögere. Wenn ich ein Taxi rufe, weiß ich genau, wie viel Zeit mir noch bleibt. Genug, um die Jacke anzuziehen, nochmal eine andere zu probieren und den Schlüssel zu suchen. Das Portemonnaie muss zu diesem Zeitpunkt aber schon gefunden sein.

Beim Allygator bin ich unsicher. Wo hält der jetzt genau? Mit welcher Währung bezahlt man da? Und wie werde ich ihn erkennen?

Die App hat mir verraten, dass mein Fahrer Thomas heißt und einen VW Sharan fährt. Als ich auf der Straße stehe und warte, sehe ich auf dem Display, wie sich ein Auto die Hauptstraße hochschiebt. Der fährt an meiner Straße vorbei, denke ich, da sehe ich schon, dass er rechts abbiegt und dreht. Thomas hält direkt vor meinem Haus. An dem Sharan ist eine Flagge mit einem Alligator drauf. „Hallo Miriam. Ich bekomme einen Euro“, sagt der Fahrer und hält die Hand auf.

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