Sharing Economy: Neuer Ärger für Uber

Sharing Economy
Neuer Ärger für Uber

Diskriminiert Uber „schwierige“ Fahrgäste? Eine kalifornische Behörde wollte es herausfinden, bekommt aber keine Daten vom Fahrdienst. Jetzt soll das milliardenschwere Start-up Strafe zahlen oder den Betrieb einstellen.

San FranciscoDie schwangere Frau musste dringend in die Entbindungsklinik. Doch der New Yorker Uber-Fahrer weigerte sich, sie mitzunehmen. Er hatte Angst, sein Auto könnte verschmutzt werden. Er brauste davon – nicht, ohne die Kreditkarte der Kundin eben noch schnell mit 13 Dollar für die „abgesagte“ Fahrt zu belasten.

Die Geschichte, zuerst berichtet vom „Fortune“-Magazin machte diese Woche im Internet schnell die Runde und unterstreicht ein seit langem schwelendes Problem: die angebliche Diskriminierung von Fahrgästen. Rollstuhlfahrer klagen, sie bekämen schwer eine Fahrt, Kunden mit Blindenhunden würden auch mal einfach stehengelassen. Fahrgäste behaupten ebenfalls, in „schwierigen“ Stadtteilen seien kaum Fahrten zu bekommen.

Auch um solchen Vorwürfen nachzugehen, fordert die kalifornische Aufsichtsbehörde CPUC seit 2013 Daten wie Postleitzahlen von Fahrtzielen, Zahl der angenommenen und abgelehnten Fahrten, Anfragen nach behindertengerechten Fahrzeugen oder Anteil von Fahrten mit behindertengerechten Fahrzeugen. Doch die meisten Daten kamen nie an. Firmen wie Lyft und Uber berufen sich auf schützenswerte Geschäftsgeheimnisse und klagen gegen die Datenherausgabe.

Ein Bußgeld von 7,3 Millionen Dollar für Uber soll den Forderungen nun Nachdruck verleihen. Uber erklärte am Donnerstag in einer Stellungnahme gegenüber dem San Francisco Examiner man werde zahlen, sobald die Behörde CPUC die Strafe verhänge. Das Geld tut dem mit 60 Milliarden Dollar bewerteten Start-Up nicht weh. Aber bei Nichtzahlung will die Aufsichtsbehörde schlicht die Betriebserlaubnis für Kalifornien widerrufen.

Die Vorwürfe treffen nicht nur Uber, auch der Konkurrent Lyft sieht sich in mehreren US-Bundesstaaten wegen angeblicher Diskriminierung vor Gericht gezerrt. Beide Unternehmen weisen die Vorwürfe kategorisch zurück und verweisen auf ihre Anti-Diskriminierungspolitik. Fahrer, die sich nicht an die Vorschriften hielten, würden in der Regel entlassen. Auch im Fall der New Yorker Frau entschuldigte sich Uber für das „nicht akzeptable“ Verhalten des Fahrers und kündigte Konsequenzen an.

Doch damit alleine ist es längst nicht mehr getan. Mit der zunehmenden Bedeutung der sogenannten „Sharing Economy“, deren Aushängeschilder Uber oder die Hotelplattform AirBnB sind, hat die Diskussion längst politische Dimensionen angenommen. Wie kann verhindert werden, dass ganze Bevölkerungsgruppen ausgegrenzt werden?

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