Spielzeugriese am Limit

Lego gehen vor Weihnachten die Klötzchen aus

Lego erwartet vor den Feiertagen einen Lieferengpass. Die Klötzchen-Fabriken produzieren auf Hochtouren – doch es wird nicht reichen. Neue Werke sind bereits in Planung, außerdem gibt es ein Großprojekt in China.
Die Nachfrage an Lego-Spielzeug übertrifft die Prognosen. Die Dänen steuern für dieses Jahr auf einen Rekordgewinn an. Quelle: dpa
Lego

Die Nachfrage an Lego-Spielzeug übertrifft die Prognosen. Die Dänen steuern für dieses Jahr auf einen Rekordgewinn an.

(Foto: dpa)

Billund/LondonEngpass vor Weihnachten: Der dänische Spielzeugriese Lego hinkt mit seiner Produktion von Bauklötzchen der riesigen Nachfrage hinterher. Einige neue Bestellungen könnten deshalb vor Weihnachten womöglich nicht mehr ausgeliefert werden, sagte ein Unternehmenssprecher. Schuld ist der Höhenflug der Dänen: „Die phänomenale Nachfrage, die wir im ersten Halbjahr erlebt haben, war viel größer, als wir und unsere Kunden und Prognosen erwartet haben – und das bedeutet, dass unsere Fabriken auf der ganzen Welt unter Druck sind.“

Bereits bestellte Klötzchen könne Lego den Geschäften noch vor Weihnachten liefern, sagte der Sprecher. „Obwohl wir alles tun, was wir können, (...) werden wir aber nicht alle Produkte ausliefern können, die der Handel in mehreren europäischen Ländern darüber hinaus für 2015 nachfragt.“ Um welche Sets es sich handeln könnte und wo Lego unter dem Weihnachtsbaum fehlen wird, sagte er nicht.

Im ersten Halbjahr hatte Lego in lokaler Währung 18 Prozent mehr verkauft als im Vorjahreszeitraum. Für 2015 steuert Lego deshalb erneut auf einen Rekordgewinn zu. Gute Verkaufszahlen bescherten den Dänen zuletzt vor allem Klassiker wie Lego City oder Technic.

Bis 2022 will der Spielzeughersteller in Fabriken in Mexiko, Ungarn und Dänemark investieren, „um der wachsenden Nachfrage nach Lego-Produkten gerecht zu werden“, heißt es in einer Mitteilung. Ab November wollen die Dänen ihre Produktionsstätte in Mexiko ausbauen und in den kommenden Jahren geschätzt 3000 neue Arbeitsplätze schaffen.

An seinem Hauptsitz in Billund will das Unternehmen längerfristig daran forschen, ob Lego-Steine aus nachhaltigeren Materialien als Plastik hergestellt werden könnten.

Lego – die Geschichte in Bildern
Lego-Formmaschine
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Diese Bilder geben eine Vorstellung von den Anfängen von Lego: Was hier schon fast wie ein Folterinstrument wirkt, sollte nur dazu dienen, schöne Dinge zu schaffen: Die Lego-Formmaschine von 1947 fertigte die ersten Spielteile mit den charakteristischen Steckknöpfen, einer der entscheidenden Vorteile gegenüber den früheren Holzspielzeugen. Das Unternehmen experimentierte mit verschiedenen Konfigurationen, um die richtige „Haftkraft“ zu finden. Erst 1958 kam der typische bekannte Legostein mit acht Profilen.

Lego-Ente aus den 30er Jahren
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Auch sie bringt Nostalgie mit: Die klassische Ente, ein Lego-Holzspielzeug aus den dreißiger Jahren, nimmt einen besonderen Platz in der Geschichte des Konzerns ein. Als der junge Godtfred seinem Vater damals sagte, dass er bei einer Charge Enten nur zwei Schichten Lack verwendet hatte, um Zeit und Geld zu sparen, gab es gehörigen Ärger, denn was, wenn die Kunden diese Nachlässigkeit bemerken? Also musste der junge Kirk Christiansen nachts in die Fertigung zurückgeschickt, um die dritte Lackschicht aufzutragen. Heute knüpft Lego an die Anekdote die Maxime, die der Konzern für sein Geschäft proklamiert und an den Kunden bringen will: „Det Bedste Er Ikke For Godt“ – „Das Beste ist nicht gut genug“.

Die Lego-Chefs im Porträt
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Familien-Konvent inmitten floraler Power: Das einzige jemals bekannt gewordene Foto, auf dem sich drei Generationen von Lego-Chefs versammelt haben zeigt hier von oben nach unten: Ole Kirk, Gründer der Lego-Dynastie, Godtfred Kirk, der 1958 nach dem Tod seines Vaters Präsident des Lego-Konzerns wurde, und Kjeld Kirk, der ab 1979 Innovation in das Unternehmen brachte.

Lego Town-Set aus den 60ern
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So warb Lego in den 60ern für seine Produkte: Das Town-Set aus den sechziger Jahren solle ein Spielerlebnis bereiten, das „so echt wie die Wirklichkeit“ war, so das Versprechen, das sich mit der Werbekampagne verband.

Klassisk LEGOSpace Cruiser von 1979
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Eine der vielen Innovationen der LEGO Gruppe unter dem jungen Kjeld Kirk Kristiansen war die Einführung von Fantasie-Themen wie Weltraum. Der Space Cruiser aus dem Jahr 1979 war ein großer Erfolg.

Bionicle Figuren
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Sie waren die Vorgänger der Bionicles, mit ihnen begann die Evolution der beliebten Action-Spielfiguren: Die Slizer-Produktreihe erschien 1999. Es waren die ersten zusammenbaubaren Actionfiguren der Spielzeugwelt und wirkten vielleicht auch gerade wegen der vielen einzelnen Komponenten besonders futuristisch, agil und kraftvoll.

Lego Ramses Pyramide
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Die Ramses Pyramide, eines der ersten Sets aus der Lego-Games-Reihe. Mit dieser versuchte das Unternehmen auch die Domäne des klassischen Gesellschaftsspiels mit Spielfiguren und Würfeln zu bedienen. Für die Spiele-Linie gingen die Macher bei Lego äußerst präzise vor: Das Management überprüfte jedes eingereichte Konzept zur Entwicklung streng auf bestimmte Kriterien zu überprüfen. Es sollte möglich „noch nie da gewesen sein“, „eindeutig Lego-Stil“ haben und das Potenzial für einen Milliarden-Umsatz mitbringen – 1 Milliarde dänische Kronen wohlgemerkt, was etwas weniger als 200 Millionen Euro entspricht.

Die Kinder in Shanghai sollen sich künftig auch im Legoland vergnügen können. Der britische Legoland-Betreiber Merlin Entertainments vereinbarte während des Besuchs des chinesischen Präsidenten Xi Jinping den Bau des Freizeitparks in der chinesischen Wirtschaftsmetropole gemeinsam mit der Investmentfirma China Media Capital. „China ist ein Schlüsselmarkt für die Gruppe, und wir sehen diese Partnerschaft als eine gute Möglichkeit, unsere Pläne schneller voranzubringen“, erklärte Merlin-Chef Nick Varney.

Merlin betreibt derzeit fünf Vergnügungsparks in China, darunter Madame Tussauds. In den kommenden 18 Monaten sollen weitere drei Attraktionen dazukommen. Xi befindet sich derzeit auf Staatsbesuch in Großbritannien. Es wird damit gerechnet, dass während des Besuchs Geschäfte im Volumen von mehr als 40 Milliarden Euro vereinbart werden.

  • dpa
  • rtr
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