Steigende Patientenzahlen
Rhön-Klinikum legt an Gewinn zu

Der Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum blickt auf ein erfolgreiches erstes Halbjahr zurück. Laufende Transaktionsverfahren können dafür sorgen, dass der Erfolg des Unternehmens weiterhin bestehen bleibt.
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FrankfurtSteigende Patientenzahlen sorgen beim fränkischen Krankenhauskonzern Rhön-Klinikum im ersten Halbjahr für mehr Gewinn. Der Zuwachs blieb allerdings bescheiden, da die von Rhön 2012 übernommene defizitäre Dr. Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden die Entwicklung bremste. Das Projekt sei kein Selbstläufer, erklärte der Vorstand am Donnerstag im Zwischenbericht. Deutschlands drittgrößter Klinikbetreiber erhöhte im ersten Halbjahr seinen Gewinn um ein Prozent auf 50,8 Millionen Euro. Die Börse reagierte verhalten auf das Zahlenwerk: Die im Nebenwerteindex MDax gelistete Rhön-Aktie verlor 0,5 Prozent auf 18,30 Euro.

„Wir haben weiter ein hartes Stück Arbeit vor uns”, erklärte Konzernchef Martin Siebert. Rhön mache aber erste Fortschritte dabei, seine Ergebnisse zu steigern. Siebert hatte Rhön ein umfassendes Umbauprogramm verordnet, um die Gewinne anzukurbeln. Die 54 Konzern-Kliniken sollen regional besser verzahnt werden. Zudem sollen weniger Leiharbeiter eingesetzt und die Produktivität der medizinischen Dienste gesteigert werden. Dabei stehen auch Stellen in der Verwaltung auf der Streichliste. Dadurch will Siebert den operativen Gewinn (Ebitda) in den kommenden zwei bis drei Jahren um einen zwei- bis dreistelligen Millionen Euro-Betrag aufbessern.

Im ersten Halbjahr legte der operative Gewinn um 4,1 auf 151,5 Millionen Euro zu. Die operative Rendite (Ebitda-Marge) ging auf 10,1 Prozent von 10,4 Prozent ein Jahr zuvor zurück. Von Januar bis Juni setzte das Unternehmen 1,5 Milliarden Euro um - ein Plus von 8,4 Prozent. In seinen Kliniken und Versorgungszentren behandelte Rhön im ersten Halbjahr insgesamt 1,35 Millionen Patienten - ein Plus von 7,1 Prozent. Rund 70 Prozent des Zuwachses entfiel Rhön zufolge auf die Behandlung ambulanter Patienten.

Nach der 2012 geplatzten Übernahme durch Fresenius will Rhön-Klinikum weiter über Zukäufe wachsen. „Wir sind in mehreren Transaktionsverfahren über stationäre und ambulante Einrichtungen engagiert”, erklärte das Unternehmen ohne Einzelheiten zu nennen. Seine Jahresziele bekräftigte der Krankenhauskonzern: Erwartet werden Umsätze von rund 3,03 Milliarden Euro mit möglichen Abweichungen von 2,5 Prozent nach oben oder unten. Beim Ebitda rechnet Rhön mit 325 Millionen Euro, beim Konzerngewinn mit 110 Millionen Euro mit jeweils einem Spielraum von fünf Prozent nach oben und unten.

Zu den Anfechtungsklagen gegen den Hauptversammlungsbeschluss vom Juni, mit dem die Rhön-Aktionäre die 90-Prozent Hürde für wichtige Entscheidungen aus der Satzung streichen wollen, hielt sich der Konzern weitgehend bedeckt. Rhön liefert sich aktuell einen juristisches Tauziehen mit mehreren seiner Aktionäre, darunter der Medizintechnik-Konzern B. Braun und der Klinikrivale Asklepios. Sie hatten 2012 den Übernahmeversuch von Fresenius erfolgreich torpediert, indem sie sich mit größeren Aktienpaketen in Stellung brachten. Der Vorstoß von Fresenius scheiterte deshalb an der 90-Prozent-Klausel. Kippt die Hürde, wäre eine Übernahme von Rhön künftig leichter möglich. Über die Anfechtungsklagen muss ein Gericht noch entscheiden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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