Strategieberater
Branchengrößen umgarnen Roland Berger

Gleich mehrere Unternehmensberatungen sollen sich für Roland Berger interessieren. Medienberichten zufolge soll es noch im April mehr Details dazu geben. Es wären nicht die ersten Verkaufsgerüchte.
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FrankfurtAn der Unternehmensberatung Roland Berger sind laut einem Pressebericht gleich mehrere Branchengrößen interessiert. Nach Informationen von „capital.de“ prüfen derzeit PricewaterhouseCoopers, Ernst & Young sowie Deloitte, wie ein Zusammengehen mit dem Münchener Strategieberater aussehen könnte. Noch im April sollen Detail-Vorschläge vorliegen. Die wollen Roland-Berger-Vorstandschef Martin Wittig und Aufsichtsratschef Burkhard Schwenker dann mit ihren rund 120 Partnern, den Eigentümern der Firma, diskutieren. Für den 4. Mai haben sie zu einem weltweiten Partnertreffen eingeladen.

Nachdem vor zweieinhalb Jahren Gespräche mit Deloitte gescheitert waren, sollen die neuen Vorschläge eine weitgehende Eigenständigkeit der Roland-Berger-Berater in einem neuen Konzern vorsehen. Dies allerdings dürfte die Kaufpreisvorstellungen drücken. Als grobe Richtschnur für den Kauf von Unternehmensberatungen gelte der Jahresumsatz. Im Fall von Roland Berger waren das nach Angaben des Informationsdienstes Lünendonk zuletzt etwa 420 Millionen Euro.

Im Herbst 2010 hatten Roland Berger und Deloitte schon einmal gemeinsame Pläne geschmiedet. Damals sollte Berger in der entsprechenden Sparte von Deloitte aufgehen - das neue Unternehmen hätte „Roland Berger Deloitte Strategy Consultants“ geheißen. Die Parteien waren sich damals so gut wie handelseinig, entstanden wäre mit einem Jahresumsatz von fast drei Milliarden Dollar die Nummer zwei der Branche hinter McKinsey. Doch am Ende wurde daraus nichts: Medienberichten zufolge stimmten die Berger-Partner auf Drängen des Gründers mehrheitlich gegen die Fusion. Sie wollten die internationale Expansion lieber aus eigener Kraft vorantreiben und nahmen dafür viel Geld in die Hand.

Heute ist Roland Berger zwar mit mehr als 2700 Mitarbeitern in 51 Büros in 36 Ländern aktiv. Doch die künftigen Wachstumsaussichten sind mäßig, der Markt ist weitgehend gesättigt, vielerorts stagniert der Umsatz. Das schwierige Umfeld sei einer der Gründe, warum die Stimmung bei Roland Berger inzwischen umgeschlagen habe, hatte die „FAZ“ bereits am Dienstag berichtet.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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