Streik
Vonovia bekommt erneut Probleme mit der Verdi

Hohe Gehaltsdifferenzen führten zum erneuten Streik beim Immobilienkonzern Vonovia. Insgesamt gibt es Unterschiede von bis zu 500 Euro bei gleicher Arbeit. Der Konzern lehnt jedoch neue Tarifverhandlungen ab.
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DüsseldorfDie Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat Beschäftigte des größten deutschen Immobilienkonzerns Vonovia erneut zum Streik aufgerufen. Am Donnerstag legten Mitarbeiter des zentralen Kundendienstes in Duisburg die Arbeit nieder, wie ein Verdi-Sprecher sagte. Vonovia verweigere Tarifverhandlungen für die rund 570 Beschäftigten des Kundenservice, kritisierte die Gewerkschaft.

Vonovia verwaltet rund 400.000 Wohnungen - eigene und für Dritte. Sie ist damit der größte private Vermieter Deutschlands. Bundesweit arbeiten knapp 6400 Menschen für den Konzern, nur 20 Prozent werden laut Verdi nach dem Tarif der Wohnungswirtschaft bezahlt.

Im Betrieb gebe es daher bei gleicher Arbeit Gehaltsdifferenzen von bis zu 500 Euro, teilte die Gewerkschaft mit. Im Juni hatten demnach 75 Prozent der Beschäftigten für das Ziel gestimmt, einen Tarifvertrag abzuschließen.

Die Gewerkschaft hatte bereits vor einer Woche zu einem ersten Streik aufgerufen. Vonovia habe sich aber nicht gerührt - das provoziere „immer neue Streiks“, erklärte Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Becker. „Dieser Konflikt entscheidet darüber, ob die Wohnungswirtschaft in Deutschland perspektivisch zu einer tariffreien Zone wird.“

Becker verwies auf die „großzügige Bedienung“ der Aktionäre von Vonovia und die Gehaltsanhebung des Vorstandsvorsitzenden um 66 Prozent auf 3,3 Millionen Euro binnen eines Jahres. Wer in einer solchen Lage Tarifverhandlungen verweigere, betreibe „einen ideologischen Kampf“.

Vonovia war aus der Fusion von Deutsche Annington und Gagfah hervorgegangen. Die Immobiliengesellschaft war im September 2015 in den Deutschen Aktienindex (Dax) der 30 größten börsennotierten Unternehmen auf genommen worden.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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