Streit mit China
US-Börsenaufsicht ermittelt gegen Wirtschaftsprüfer

Weil sich fünf führende Wirtschaftsprüfer weigern, Dokumente ihrer chinesischen Töchter preiszugeben, wird nun die US-Börsenaufsicht aktiv. Sollte eine Einigung scheitern, drohen den Unternehmen scharfe Konsequenzen.
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WashingtonDie US-Börsenaufsicht SEC ermittelt gegen die chinesischen Tochterfirmen von fünf führenden Wirtschaftsprüfern wegen mutmaßlicher Verstöße gegen das amerikanische Aktienrecht. Von den Ermittlungen seien die Unternehmen Deloitte, KPMG, PricewaterhouseCoopers, BDO sowie Ernst & Young betroffen, teilte die Behörde am Montag mit. Hintergrund ist die Weigerung der Firmen, bestimmte Buchprüfungsdokumente chinesischer Unternehmen einzureichen, deren Aktien an US-Börsen gehandelt werden. Sollte der Streit nicht gelöst werden, könnten chinesische Firmen ihre Listings in den USA verlieren.

Der Schritt der SEC deutet daraufhin, dass China in den Verhandlungen mit den USA nicht nachgibt. Die SEC verlangt Prüfberichte chinesischer Unternehmen, denen Fehlverhalten wie Bilanzfälschung vorgeworfen wird. Dies lehnt die Regierung in Peking ab. Die Wirtschaftsprüfer verweisen auf chinesische Gesetze, die die Weitergabe der Unterlagen angeblich untersagen.

Zunächst war unklar, welches Ziel die SEC mit ihren Ermittlungen verfolgt - etwa, ob die Buchprüfer eine Strafe zahlen oder nicht mehr mit bestimmten chinesischen Unternehmen zusammenarbeiten sollen. Der Schritt könnte auch ein Druckmittel sein, um die Verhandlungen mit China voranzubringen.

Die Wirtschaftsprüfer riefen die Behörden beider Länder zur Einigung auf. Es gebe in den USA und China widersprüchliche Gesetze. Die Konzerne sind weltweite Verbünde mit rechtlich voneinander unabhängigen Firmen, die nicht gemeinsam in Haftung genommen werden können. Trotz der Probleme streben viele chinesische Unternehmen Experten zufolge weiter ein Listing in den USA an, um die dortigen Kapitalmärkte anzuzapfen.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Streit mit China: US-Börsenaufsicht ermittelt gegen Wirtschaftsprüfer"

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  • "Die Wirtschaftsprüfer verweisen auf chinesische Gesetze, die die Weitergabe der Unterlagen angeblich untersagen."

    Wenn man bedenkt, daß deutsche Firmen bei einer Fertigung in China ihr know how offen legen müssen ist dies schon interessant!

    Die Deutschen lernen erst, wenn der letzte Arbeitsplatz an China verloren ist.
    Hier würde man sich mal wünschen, daß man hierzulande von den Amerikanern lernt!

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