Studie
Viele Kliniken in Europa sind gefährdet

Um die Finanzen vieler Krankenhäuser in Europa ist es schlecht bestellt: Jede fünfte Einrichtung steht laut einer Studie vor der Pleite. In Deutschland ist die Situation allerdings deutlich weniger kritisch.
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DüsseldorfViele Kliniken in Europa stehen finanziell schlecht da: Jede fünfte ist insolvenzgefährdet und jede dritte macht Verlust. Das sind zentrale Ergebnisse einer Studie der Unternehmensberatung Accenture, die dem Handelsblatt (Freitagausgabe) exklusiv vorliegt.

Kliniken in Deutschland und der Schweiz geht es danach im Durchschnitt deutlich besser als Krankenhäusern in anderen europäischen Ländern. In Portugal beispielsweise ist mehr als jede zweite Klinik von einer Insolvenz bedroht, in Deutschland sind es nur etwa drei Prozent.

Die Auswertung von Accenture basiert wegen der Vergleichbarkeit auf den Jahresabschlüssen für 2011. Mittlerweile dürfte sich die Lage der Krankenhäuser noch verschlechtert haben, vermuten die Experten: „Schuldenkrise und eine nachlassende Konjunktur in Europa in den Jahren 2012 und 2013 haben die Lage der Kliniken verschärft, auch weil es weniger staatliche Fördermittel gab“, sagt Accenture-Partner Sebastian Krolop.

Ohne die staatlichen Investitionszuschüsse beispielsweise wären in Deutschland 2011 fast 13 Prozent der Kliniken insolvenzgefährdet gewesen, zeigen Zahlen von Accenture und dem Rheinisch-Westfälischen Institut für Wirtschaftsforschung. Und laut einer Befragung der deutschen Krankenhausgesellschaft im Herbst 2013 macht mittlerweile jede zweite Klinik in Deutschland Verlust.

Kommentare zu " Studie: Viele Kliniken in Europa sind gefährdet"

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  • Dann brauchen wir in der EU dringend eine Krankenhausunion, damit sichergestellt wird, dass die Krankenhäuser in Portugal nicht pleite gehen! Das wäre ja doch gelacht. Und von den Steuerzahlern wäre natürlich ein entsprechender Fond zu finanzieren. Schäuble weiß, wie die Enteignung der Bürger funktioniert. Ihm fällt immer etwas ein...

  • Die Gesundheitsbranche, damit das Leben der Menschen sind ein Geschäft.
    Und so werden wir damit auskommen müssen, dass nicht das Leben der Bürger sondern nur der Gewinn der Pharma- und Krankenhauskonzerne zählt. Und letztere warten darauf, dass endlich die öffentlichen Kliniken Pleite sind, um sie billig zu übernehmen und zum Wohle der Aktionäre zu betreiben.
    Wenn TTIP kommt, zählt ohnehin nur noch der Geldbeutel, wenn es um die Lebenzeit der Menschen geht! Wer arm ist, muß eher sterben.

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