Stühlerücken
Bei Hochtief müssen wieder zwei Manager gehen

Zwei Monate nach dem angekündigten Verkauf des Hochtief-Servicegeschäfts verlassen zwei hochrangige Manager die Obergesellschaft Solutions. Der Grund: Unterschiedliche Auffassungen zur Geschäftspolitik.
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EssenAus dem Vorstand der Hochtief-Tochter Solutions sind zwei Manager mit sofortiger Wirkung ausgeschieden. Die Vorstandsmitglieder Ullrich Reinke und Wolfgang Homey hätten das Unternehmen wegen unterschiedlicher Auffassungen über die Geschäftspolitik verlassen, teilte Hochtief am Mittwoch in Essen mit. Nähere Angaben dazu wollte eine Sprecherin auf Anfrage nicht machen.

Mit dem Hochtief-Servicegeschäft hatte der spanische Konzernchef Marcelino Fernández Verdes Ende Februar wichtige Teile des Geschäfts von Solutions zum Verkauf gestellt. Etwa jeder zweite der insgesamt rund 10 000 Beschäftigten von Hochtief-Solutions wäre von den Verkaufsplänen betroffen, der größte Teil davon in Deutschland. Die Hochtief-Tochter ist innerhalb des Konzerns für das Europageschäft zuständig.

Erst im vergangen Monat hatte der Hochtief-Konzernbetriebsrat vor einer Hängepartie durch den angekündigten Verkauf gewarnt. Für viele sei das „Maß voll“, sagt Betriebsratschef Best damals in einem Interview mit dem „Handelsblatt“. IG Bau-Chef Klaus Wiesehügel hatte zuvor vor einer Neuausrichtung auf Kosten der Beschäftigten gewarnt und einen Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen für mehrere Jahre gefordert.

Die spanische Hochtief-Mutter ACS hat im vergangenen Jahr mehr als 1,9 Milliarden Euro Verlust eingefahren und will nun vor allem ihren Schuldenberg abbauen. Der Baukonzern hatte Mitte 2011 die Mehrheit bei Hochtief übernommen. Der langjährige ACS-Manager Fernández Verdes hatte bereits kurz nach seinem Amtsantritt Ende vergangenen Jahres angekündigt, die Profitabilität bei dem Essener Unternehmen erhöhen zu wollen. Einer Zerschlagung hatte er jedoch eine Absage erteilt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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